Ein Drohnenangriff auf einen Markt im Zentrum Sudans hat mindestens 11 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt, wie eine lokale Menschenrechtsgruppe berichtet; Der Angriff fand am Samstag in Abu Zaeima statt, einer Stadt in der Provinz North Kordofan, die von paramilitärischen Kräften kontrolliert wird. Emergency Lawyers, eine Gruppe, die seit April 2023 Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, teilte mit, dass die Kämpfe zwischen der Armee und den Rapid Support Forces (RSF) eskaliert seien.
Steigende Luftangriffe
Die Gruppe gab keine genaue Zahl der Opfer an und nannte auch keinen Verantwortlichen für den Angriff. Weder die eine noch die andere Seite hat bislang die Schuld übernommen. Emergency Lawyers berichtete, dass der Angriff weniger als 24 Stunden nach ähnlichen Drohnenangriffen in nahegelegenen Dörfern und auf ein ziviles Fahrzeug erfolgt sei.
Die Gruppe verurteilte den Angriff scharf. Sie betonte, dass die wiederholte Zielsetzung auf Zivilisten, Dörfer und öffentlichen Nahverkehr einen offensichtlichen Verstoß gegen die Grundprinzipien des humanitären Völkerrechts darstelle. Zudem forderte sie ein Ende solcher Angriffe und eine Verantwortung für die Beteiligten.
Einfluss auf Zivilisten
Zwei Zeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP, dass eine weitere Drohne am Samstagabend einen Tankstellen in el-Obeid, der Hauptstadt von North Kordofan, traf. Die RSF hat diese Stadt seit Monaten teilweise umzingelt. Ein Mediziner in einem dortigen Krankenhaus bestätigte, dass vier verletzte Zivilisten in die Einrichtung gebracht worden seien.
Drohnenkriegsführung hat sich in Sudans Konflikt zunehmend verbreitet. Laut Emergency Lawyers und einem lokalen Führer wurden in den vergangenen sieben Tagen in den westlichen und nördlichen Kordofan-Provinzen fast 70 Menschen in zwei getrennten Drohnenangriffen getötet.
Erweitertes Krisenbild
Im Mai teilte die Vereinten Nationen mit, dass mindestens 880 Zivilisten zwischen Januar und April in Drohnenangriffen landesweit getötet wurden. Die Kämpfe haben sich in Kordofan und im Sudanischen Nil-Gebiet nahe der Grenze zu Äthiopien verschärft, nachdem die RSF im vergangenen Oktober el-Fasher erobert hatte, den letzten bedeutenden Stützpunkt der Armee im westlichen Darfur. Laut den Vereinten Nationen haben sich seitdem über 300.000 Menschen aus Frontbereichen wie el-Fasher und Teilen von Kordofan und Sudanischen Nil-Gebiet abgesetzt.
Kordofan, reich an Öl und Ackerland, ist von strategischer Bedeutung, da es die RSF-Stellungen in der angrenzenden Region Darfur mit dem östlichen Teil des Landes verbindet, der von der Armee kontrolliert wird. Der Bereich bleibt weitgehend umstritten zwischen der Armee und den RSF. Der Krieg, der in sein viertes Jahr geht, hat bereits mehrere zehntausend Menschen getötet und fast 13 Millionen weitere vertrieben. Die Vereinten Nationen bezeichnen dies als die weltweit größte Flüchtlings- und Hungerkrise.
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