Die Regierung Bangladeschs hat fünf bedeutende Projekte gestartet, um das Primarschulsystem zu verbessern, wie der Minister für Primarschul- und Massenbildung M Ehsanul Hoque Milon in einer parlamentarischen Sitzung bekannt gab. Die Initiativen reichen von Schulentwicklungsmaßnahmen bis hin zu Vorschulprogrammen und Lernchancen für außerschulische Kinder und sollen die Bildungsgestaltung im ganzen Land stärken.

Hauptprojekte und ihre Umsetzung

Das Vierte Primarschulentwicklungsprogramm (PEDP-4), das im Juli 2018 gestartet und bis Juni 2026 laufen soll, ist eines der zentralen Projekte. Es zielt darauf ab, die Infrastruktur der Primarschulen zu modernisieren und die Qualität des Unterrichts zu verbessern. Laut dem Minister wird das Programm eine große Anzahl von Schulen und Schülern im ganzen Land beeinflussen.

Weiterhin ist das auf Bedarf ausgerichtete Projekt zur Entwicklung staatlicher Primarschulen (Erste Phase) seit Juli 2016 in Arbeit und soll 2026 abgeschlossen werden. Ziel ist es, den wachsenden Bedarf an Primarschulbildung durch den Bau und die Modernisierung staatlicher Schulen zu decken. Das Projekt hat bereits in unterversorgten Gebieten mehrere neue Schulen errichtet.

Zusätzlich arbeitet die Regierung an einem Projekt zur Errichtung und Modernisierung staatlicher Primarschulen, mit einem Fokus auf Schönheitsmaßnahmen in der Metropolregion Dhaka und Purbachal. Das Projekt begann im Januar 2020 und soll bis Juni 2027 abgeschlossen werden. Es zielt nicht nur darauf ab, die physische Infrastruktur der Schulen zu verbessern, sondern auch ein förderlicheres Lernumfeld für die Schüler zu schaffen.

Regionale Schwerpunkte und spezifische Initiativen

Eine spezifische Initiative, die „Entwicklung von Vorschul- und Primarschulbildung in den Bezirken Cox’s Bazar und Bandarban sowie in Bhasan Char im Bezirk Noakhali“, wird von Juli 2024 bis Juni 2027 umgesetzt. Das Projekt zielt auf die Entwicklung der Vorschulbildung in diesen Regionen ab, die historisch Schwierigkeiten bei der Zugänglichkeit zu qualitativ hochwertiger Frühpädagogik hatten.

Weiterhin ist das Schulverpflegungsprogramm derzeit in staatlichen Primarschulen in 150 Upazilas umgesetzt. Das Projekt begann im Januar 2025 und wird bis Dezember 2027 laufen. Es zielt darauf ab, den Schülern nahrhafte Mahlzeiten zu bieten, wodurch ihre Gesundheit und Präsenz verbessert werden sollen. Das Programm wird voraussichtlich viele Kinder, insbesondere aus einkommensschwachen Familien, profitieren lassen.

Außerdem implementiert das Büro für Nichtformale Bildung einen Kurs zur „Funktionalen Alphabetisierung und praktischen Fertigkeiten (Präberuflicher Level)“ in 58 Bezirken. Das Projekt zielt darauf ab, den Schülern grundlegende Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen helfen können, nach Abschluss der Primarschule in den Arbeitsmarkt zu wechseln.

Außerschulische Kinder und alternative Lernchancen

Um das Problem außerschuliger Kinder anzugehen, hat die Regierung ein Projekt namens „Alternative Lernchance für außerschulige Kinder (ALO)“ genehmigt, das in einem Upazila in jedem der 64 Bezirke des Landes umgesetzt werden soll. Das Projekt wurde am 25. Januar 2026 in einer Sitzung des ECNEC genehmigt und läuft von Januar 2026 bis Dezember 2028. Ziel ist es, alternativen Lernchancen für Kinder zu bieten, die keinen Zugang zu formaler Bildung hatten.

Der Minister betonte die Bedeutung dieser Projekte für das Gesamtsystem der Bildung. Er erklärte, dass die Regierung sich verpflichtet hat, allen Kindern Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu gewährleisten, unabhängig von ihrem geografischen Standort oder ihrem sozioökonomischen Status. „Diese Projekte sind Teil unseres umfassenden Strategieplans, um universelle Primarschulbildung zu erreichen und die Abgangsquote zu verringern“, sagte Milon.

Der Einfluss dieser Initiativen wird erwartungsgemäß groß sein. Mit der Umsetzung dieser Projekte hofft die Regierung, die Qualität der Primarschulbildung zu verbessern, die Anzahl der außerschuligen Kinder zu verringern und den Schülern die notwendige Unterstützung zu geben, um akademisch erfolgreich zu sein.

Experten begrüßten die Bemühungen der Regierung, betonten aber auch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Investition in die Bildung. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht liegt die aktuelle Einschulungsquote in der Primarschulbildung bei etwa 95 %, doch die Abgangsquote bleibt ein Problem, insbesondere in ländlichen Gebieten. Die neuen Projekte sollen diese Herausforderungen bewältigen und zur langfristigen Entwicklung des Landes beitragen.

Die Fokussierung der Regierung auf die Verbesserung der Primarschulbildung ist nicht nur für die Entwicklung einzelner Schüler entscheidend, sondern auch für das allgemeine wirtschaftliche Wachstum des Landes. Eine gut gebildete Bevölkerung ist entscheidend für die Schaffung einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Der Erfolg dieser Projekte hängt von der effektiven Umsetzung und Überwachung der verschiedenen Initiativen ab.

Ausblickend plant die Regierung, den Fortschritt dieser Projekte regelmäßig zu überprüfen und notwendige Anpassungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass sie ihre Ziele erreichen. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um den langfristigen Einfluss dieser Initiativen auf das Bildungssystem Bangladeschs zu beurteilen.