Im gesamten Bundesgebiet durchsuchten Polizisten am Mittwoch rund 50 Wohnungen und andere Orte — Ziel waren Verdächtige, die angeblich in rechtsextremen Jugendgruppen aktiv sind, die in den letzten Monaten in Deutschland aufgefallen sind.
Zwei Gruppen im Fokus der Razzia
Die Staatsanwaltschaften nannten zwei Gruppen als Ziel der Razzia: „Jung & Stark“ (JS) und „Deutsche Jugend Voran“ (DJV), and Die Abkürzungen stehen für „Young and Strong“ beziehungsweise „Forwards German Youth“.
Bei den Razzien in zwölf Bundesländern, hauptsächlich im Osten und Süden Deutschlands, wie Bayern, Berlin, Brandenburg und Sachsen, wurden keine Festnahmen vorgenommen.
Vorwurf: Gewalt koordinieren
In einer Erklärung teilten die Bundesanwaltschaften mit, dass die Razzia auf Verdächtige abzielte, die angeblich über soziale Medien Gewalt koordinieren und bundesweit Netzwerke bilden.
„Einige der Angeklagten sollen Mitglieder der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für Pädophile hielten; In jedem Fall wurden die Opfer von mehreren Tätern geschlagen und erlitten schwere Verletzungen“, hieß es in der Erklärung.
Außerdem hätten sich die Gruppen in ihren Treffen für „Gewaltakte gegen politische Gegner und angebliche Pädophile“ eingesetzt, so die Behörden.
Vor einem Jahr wurde ein DJV-Führer zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt, nachdem er eine Reihe von Gewalttaten gegen politische Gegner in Berlin verübt hatte. Der 24-jährige Julian M. und ein Gruppe von 16- bis 23-Jährigen wurden verurteilt, mehrere Menschen harsh zu attackieren, die scheinbar Embleme der linken politischen Szene trugen.
Besorgnis um Jugendrekrutierung
Mehr als 600 Polizisten waren an den Razzien beteiligt.
Deutschland hat sich tiefen Sorgen um die Rekrutierung junger Menschen in rechte Bewegungen und Gewalttaten gegen linke und LGBT-Gruppen gemacht.
Sowohl JS als auch DJV agieren öffentlich und sind auf sozialen Plattformen wie Telegram, Instagram und anderen stark präsent.
Jakob Guhl von der Institute for Strategic Dialogue sagte dem BBC, dass viele der Mitglieder von JS und DJV „sehr jung“ seien, meist in den Teenagern oder frühen Zwanzigern. Die Gruppen seien „explizit militant“ und „nicht geheim“, fügte er hinzu.
Obwohl rechte Gruppen in Deutschland in der Vergangenheit ihre Aktivitäten nicht versteckt hätten, hätten Gruppen wie JS und DJV ihre Tätigkeiten in letzter Zeit bewusst öffentlicher auf sozialen Netzwerken geteilt, um junge, enttäuschte Männer zu rekrutieren.
JS zählt auf sozialen Medien zu den hunderttausenden Anhängern, doch ähnliche, kleinere Gruppen haben sich seit 2024 vor allem im Osten des Landes gebildet.
Guhl erklärte, dass im Gegensatz zu größeren rechten Bewegungen wie der AfD oder den Identitären, die „breite Bevölkerungsgruppen“ ansprechen, JS und DJV sich stärker auf Kampfsport, Demonstrationen und körperliche Angriffe gegen ihre Feinde konzentrierten.
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