Italien hat aus Sicherheitsbedenken die Konzerte von Kanye West und Travis Scott verboten, wie BBC meldet; Präfekt Salvatore Angieri kündigte die Entscheidung am Freitag an und erklärte, die Events hätten im Juli in Reggio Emilia stattfinden sollen.
Antrag der jüdischen Gemeinschaft
Die Absage erfolgte nach einem Antrag der lokalen jüdischen Gemeinschaft, Wests Konzert abzusagen. Die Gemeinschaftsleiterin Nicoletta Uzzielli hatte lokale Behörden gebeten, das Konzert durch eine Veranstaltung zu ersetzen, die „Musik wieder in den Vordergrund als universell einigende Kraft“ bringe.
Kanye West, der sich mittlerweile Ye nennt, stand aufgrund einer Reihe antisemitischer, rassistischer und pro-nazistischer Äußerungen im Zentrum von Kontroversen, as Diese Äußerungen führten kürzlich zu seinem Verbot, das Vereinigte Königreich zu betreten.
Sicherheits- und öffentliche Ordnung
Die regionale Präfektur teilte in einer Erklärung mit, mehrere Faktoren hätten ihre Entscheidung beeinflusst. Dazu gehörten die Absagen früherer Konzerte des US-Rappers in anderen Ländern sowie die reale Gefahr von Gegenprotesten. Auch die eng stehenden Termine am 17. und 18. Juli im RFC Arena in Reggio Emilia sowie die erwartete hohe Besucherzahl spielten eine Rolle.
Tausende weitere Menschen wurden verletzt, als bei einem seiner Konzerte Panik ausbrach und die überfüllte Menge sich zum Bühnenbereich drängte. Diese Vorfälle verstärkten die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Veranstaltungen.
Weiters war West auch vom Vereinigten Königreich ausgeschlossen worden, was zur Absage des Wireless Festivals in London im vergangenen Monat führte. Er war ursprünglich als Headliner des Festivals angekündigt worden, doch ihm wurde der Einreiseantrag wegen der Kontroversen verweigert.
Kontroverse Äußerungen und Absagen
Im Jahr 2022 teilte West auf sozialen Medien mit, er wolle „death con 3 on Jewish people“ betreiben. Im Mai vergangenen Jahres veröffentlichte er ein Lied mit dem Titel „Heil Hitler“ und verkaufte T-Shirts mit Hakenkreuzen. Diese Handlungen führten zu einer Reihe von Absagen anderer Veranstaltungen.
West teilte am 15. April mit, dass der Marseille-Teil seiner Tour bis auf weiteres verschoben worden sei. Französische Medien berichteten damals, der Innenminister Laurent Nuñez habe nach einer Absage des Konzerts am 11. Juni gesucht. Sein Konzert am 19. Juni im Silesian Stadium in Chorzów, Polen, wurde ebenfalls „aus formellen und rechtlichen Gründen“ abgesagt, teilte das Veranstaltungsort im April mit.
Trotz dieser Absagen versucht der Rapper, wieder in die Öffentlichkeit zurückzukehren. Im Januar veröffentlichte er eine lange Erklärung in der Wall Street Journal, in der er sich für seine Handlungen entschuldigte. Darin schrieb er: „Ich bin kein Nazi und kein Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.“ Er fügte hinzu, dass er aufgrund seiner bipolaren Störung „die Realität verloren“ habe.
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