Sama, ein Nairobi-basiertes Unternehmen, das Meta mit Dienstleistungen zur Inhaltsmoderation und KI-Ausbildung versorgte, kündigte am Donnerstag an, mehr als 1.000 gering bezahlte Mitarbeiter zu entlassen, nachdem der Vertrag mit Meta endete. Die Entscheidung löste Kritik aus. Da Aktivisten die Instabilität von Tech-Jobs im Globalen Süden betonen.

Meta beendet Vertrag nach Vorwürfen zu Verletzungen der Privatsphäre

Im vergangenen Monat berichtete die Presse, dass einige Kenianer, die an der Datenannotation beteiligt waren, gebeten wurden, Inhalte anzusehen, die mit Meta’s KI-Smart-Glasses gefilmt wurden, einschließlich Szenen, in denen Menschen im Badezimmer waren oder sexuelle Aktivitäten zeigten. Meta stoppte seine Zusammenarbeit mit Sama, nachdem diese Vorwürfe auftauchten, und verwies auf Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzer.

Meta erklärte in einer Erklärung, dass es beschlossen habe, die Zusammenarbeit mit Sama zu beenden, da das Unternehmen seine Standards nicht erfüllte. Der Tech-Gigant betonte, dass Fotos und Videos für die Nutzer privat seien und die menschliche Prüfung von KI-Inhalten mit Zustimmung der Nutzer erfolge. Dennoch stellten die Vorwürfe Fragen zur ethischen Implikation der Arbeit von ausgelagerten Mitarbeitern in den Vordergrund.

Vorherige Entlassungen und rechtliche Schritte

Dies ist nicht das erste Mal, dass Sama mit Massenentlassungen konfrontiert ist. Im Jahr 2024. Ein zivilrechtlicher Klageantrag behauptete, dass 140 Mitarbeiter nach der Bearbeitung von grausamen Online-Inhalten bei Meta schwerwiegende PTSD, Depression und Angst erlitten. Der Klageantrag betonte die psychische Belastung der Arbeit, die oft die Prüfung von beunruhigenden Materialien beinhaltet.

Sama reagierte auf die neuesten Entlassungen, indem es anerkannte, dass dies die Mitarbeiter beeinträchtigte, und betonte, dass es die betroffenen Mitarbeiter mit Fürsorge und Respekt unterstütze. Das Unternehmen gab zu verstehen, ein verantwortungsbewusstes Unternehmen zu sein, und erwähnte, dass seine Mitarbeiter ein Lebenseinkommen, volle Vorteile sowie Zugang zu Wellness-Ressourcen, medizinischen Leistungen und Beratung vor Ort erhalten.

Aktivisten kritisieren Auswirkungen auf Kenias Wirtschaft

Das Oversight Lab, das für faire Regulierung und Einsetzung von Technologie in Afrika eintritt, bezeichnete die Entlassungen als vernichtend und schockierend. Es sagte, dass die aktuellen Strategien globaler Tech-Unternehmen Kenias Jugend und Wirtschaft schädigen und das Land nicht in das AI-Ökosystem einbeziehen.

Kauna Malgwi, ein ehemaliger Mitarbeiter bei Sama, beschrieb die Situation als Spiegelbild der breiteren Machtverhältnisse in der globalen AI-Industrie. Er sagte, dass große Technologieunternehmen die Macht besitzen, während das Risiko an ausgelagerte Mitarbeiter weitergegeben wird, insbesondere im Globalen Süden, die oft die geringste Schutz und höchste Exposition haben.

Das Problem wurde auch mit kürzlich rechtlichen Schritten gegen Meta und Google verknüpft. Im vergangenen Monat. Ein Geschworenengericht in Los Angeles fand heraus, dass Meta’s Instagram und Google’s YouTube absichtlich suchtmögliche soziale Medienprodukte entworfen wurden, die einem jungen Nutzer Schaden zugefügt haben. Dieser rechtliche Fall betont weiterhin Bedenken hinsichtlich der ethischen Praktiken großer Tech-Unternehmen.

Das Oversight Lab berät die entlassenen Mitarbeiter über rechtliche Optionen und drängt auf stärkere Regulierungen, um ausgelagerte Mitarbeiter in der Tech-Branche zu schützen; Aktivisten argumentieren, dass die aktuelle Struktur der globalen AI-Industrie nicht nachhaltig ist und unangemessenen Stress auf Mitarbeiter in Entwicklungsländern legt.

Sama’s plötzliche Entscheidung, ihre Mitarbeiter zu entlassen, hat eine breitere Debatte über die Rolle der Auslagerung in der Tech-Branche und die Notwendigkeit einer höheren Verantwortung von großen Unternehmen ausgelöst. Da die globale Nachfrage nach AI- und Inhaltsmoderation-Dienstleistungen weiterhin wächst, werden die ethischen und rechtlichen Herausforderungen, mit denen ausgelagerte Mitarbeiter konfrontiert sind, wahrscheinlich noch stärker werden.