Madagaskar hat einen ehemaligen französischen Soldaten festgenommen, nachdem er angeblich an einem Störfriedensplan beteiligt gewesen sein soll. Das teilte Staatsanwalt Nomenarinera Mihamintsoa Ramanantsoa mit. Der ehemalige französische Soldat, Guy Baret, befindet sich in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Tsiafahy.

Angeblicher Plan umfasst Sabotage und Falschinformationen

Ramanantsoa sagte in einer Videobotschaft, die am Dienstagabend veröffentlicht wurde, dass die Verdächtigen unter anderem mit Verbreitung falscher Informationen, Sabotage an Infrastruktur wie Stromleitungen und Thermalanlagen der staatlichen Energiegesellschaft Jirama, Beherbergung gesuchter Personen und krimineller Verschwörung angeklagt würden. Die Behörden sagten, die Gruppe habe Aktionen für den 18. April geplant.

Ein weiterer Verdächtiger, der malagassische Armeeoffizier Colonel Patrick Rakotomamonjy, sowie andere angebliche Komplizen wurden ebenfalls in den Fall verwickelt. Rakotomamonjy wartet auf die Vorlage vor einen Ermittlungsrichter. Zwei weitere Verdächtige standen unter gerichtlicher Aufsicht, da die Staatsanwaltschaft keine Beweise für ihre Rolle als Hauptverantwortliche fand.

Französische Regierung verurteilt Vorwürfe

Französien hat die Vorwürfe als unbegründet und unverständlich zurückgewiesen. Sprecher Pascal Confavreux des französischen Auswärtigen Amtes teilte mit, dass der Botschaftschargé d’affaires der madagassischen Botschaft in Paris am Dienstag aufgefordert wurde, energisch gegen die Ausweisung des diplomatischen Mitarbeiters zu protestieren. Frankreich leugnete kategorisch, in irgendeiner Form an der Destabilisierung der Regierung der Republik Madagaskar beteiligt zu sein.

„Solche Vorwürfe sind nicht nur unbegründet, sondern auch unverständlich“, sagte Confavreux. Frankreich unterstützte zudem ehemaligen Präsidenten Andry Rajoelina im Oktober, als Demonstrationen gegen den Mangel an Wasser und Energie eskalierten und letztendlich zu seiner Absetzung führten.

Madagaskars politischer und historischer Hintergrund

Madagaskar war ein französisches Kolonialgebiet und unterhält weiterhin enge politische Beziehungen zu Frankreich. In den letzten Jahrzehnten war das Land politisch instabil. Der militärische Herrscher, Präsident Michael Randrianirina, übernahm im Oktober letzten Jahres die Macht nach einer Welle jugendlicher Demonstrationen gegen seinen Vorgänger, Andry Rajoelina.

Das Auswärtige Amt Madagaskars teilte mit, dass Botschafter Arnaud Guillois angerufen und über die Entscheidung bezüglich des diplomatischen Mitarbeiters informiert wurde. Es wurden weder der Name des Mitarbeiters noch die konkreten Taten genannt.

Der Fall hat diplomatische Spannungen zwischen Madagaskar und Frankreich ausgelöst, wobei beide Länder Erklärungen abgaben, um ihre Positionen zu verteidigen. Die Ermittlungen zum angeblichen Störfriedensplan laufen weiter, und weitere Details sind im Zuge des Rechtsverfahrens zu erwarten.