Bei Drogenhandel bedingten Schießereien ist Brüssel in den vergangenen Monaten immer wieder erschüttert worden. Laut BBC wurden 2025 bereits über 100 Vorfälle registriert, allein in diesem Jahr bereits mehr als 65. In einem Viertel in St. Gillis ereigneten sich binnen drei Tagen drei Schießereien.

Einwohner berichten von täglichen Bedrohungen

Salvatore, ein Restaurantbesitzer vor Ort, beschreibt die Gewalt wie in einem amerikanischen Gangsterfilm. „Wir sind auf den Boden gefallen. Ich hatte Kunden mit Kindern auf der Terrasse. Schauen Sie, überall sehen wir Einschusslöcher.“ Sein Restaurant liegt auf einem hübschen Platz in der Nähe des internationalen Bahnhofs Midi, wo Passagiere aus London und Paris ankommen.

Murielle, 70 Jahre alt, berichtet, wie sich die Situation verändert hat. Früher seien die Drogenhändler höflich und respektvoll gewesen. „Ich sagte ihnen einfach, sie sollten weitergehen, und sie sagten: ‚Ja, okay Mama!‘“ Doch mittlerweile kämpfen Händler um die besten Verkaufsplätze, und Konsumenten warten an der Schlange, um Drogen zu kaufen. „Man sieht manchmal sogar Konsumenten an der Schlange stehen. Und jetzt kämpfen Banden um diesen Platz“, sagte sie.

Wirtschaftliche Anreize befeuern Gewalt

Der Drogenhandel in Brüssel hat sich zu einer äußerst lukrativen Angelegenheit entwickelt. Laut Polizeichef von Brüssel-Süd, Jurgen de Landsheer, kann ein erfolgreicher Drogenverkaufsstand bis zu 50 000 Euro ($58 000; £43 000) pro Tag einbringen. Dies führte zu einem Anstieg des Crack-Konsums unter den am ärmsten Bevölkerungsgruppen in der Region.

Bei einer kürzlichen grenzüberschreitenden Polizeiaktion in Irland wurde ein beträchtlicher Drogenfund gemacht, was die internationale Dimension des Drogenhandels unterstreicht. In Dundalk, County Louth, fanden Beamte 119 Kilogramm Marihuana in einem Auto. Bei weiteren Durchsuchungen in Newtownabbey, County Antrim, stießen sie auf zusätzliche 45 Kilogramm Marihuana, 500 Gramm vermutlich Kokain, 22 Fälschungen von Waffen sowie 25 000 Pfund in bar. Ein Mann in den 40ern wurde angeklagt und muss sich am Freitag vor dem Cavan District Court verantworten.

Angst in der Gemeinschaft und polizeiliche Reaktion

Murielle und ihr Hund Chéva sitzen nun an der Stelle eines kürzlichen Schusswechsels, wo sie noch immer den Abdruck einer Blutlache erkennen können. Sie hofft, dass der Frieden bald zurückkehrt. „Ich mag es hier. Es ist wie ein kleines Dorf in der Stadt.“ Doch die Realität ist weit davon entfernt, mit drogenbedingter Gewalt, die weiterhin die Sicherheit von Einwohnern und Besuchern bedroht.

Die Polizei und Gardaí führen ihre Ermittlungen zum grenzüberschreitenden Drogenhandel weiter. Die Situation in Brüssel spiegelt einen größeren Trend wider: Der Anstieg drogenbedingter Gewalt wird durch die hohen Gewinne aus dem Drogenhandel getrieben. Die Herausforderung für die Behörden besteht darin, die Ursachen der Gewalt zu bekämpfen und gleichzeitig die Sicherheit der betroffenen Gemeinschaften zu gewährleisten.