Neu Delhi — OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnet Datenzentren im All als undurchführbar und stellt Visionen von Elon Musk, Jeff Bezos und Google in Frage. Während eines Live-Interviews am Freitag in Neu Delhi erklärte Altman, dass die grundlegende Mathematik zeigt, dass das Konzept nicht in naher Zukunft skaliert werden kann.
„Machen Sie die sehr grobe Rechnung der Startkosten im Vergleich zu den Stromkosten, die wir auf der Erde haben“, sagte Altman. Er wies darauf hin, dass das Reparieren eines beschädigten Grafikprozessors (GPU) hunderte Meilen über der Erde noch ungelöst sei. „Datenzentren im All werden in dieser Dekade nicht in großem Umfang relevant sein“, fügte er hinzu.
Elon Musks SpaceX führt den aggressivsten Aufschwung. Das Unternehmen hat bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) eine Genehmigung beantragt, bis zu eine Million Satelliten als orbitalen Datenzentren zu deployen. Laut der Unterlage wären jeder Satellit 49,7 Kilometer lang und würde sich über 500 Kilometer über der Erde bewegen. Befürworter argumentieren, dass satellitengestützte Solarpanels acht Mal mehr Strom erzeugen als bodengestützte Systeme. Sie vermeiden auch langwierige Genehmigungsverfahren für Erdbasierte Einrichtungen.
Altman widersprach, dass Kühlung eine massive Hürde darstellt. Der Vakuumzustand im All isoliert gut, aber erfasst Wärme. Die Internationale Raumstation nutzt ein 10-Tonnen-Ammoniak-System, um nur 70 Kilowatt – die Leistung eines GPU-Racks – zu managen. Ein vollständiges Datenzentrum würde nach Altman’s Aussage Radiatorpanels benötigen, die eine Quadratkilometerfläche abdecken.
Google geht dennoch weiter. Das Projekt Suncatcher plant Prototypsatelliten mit Trillium-AI-Chips bis Anfang 2027. Jeff Bezos führt gemeinsam mit anderen das geheime Projekt Prometheus, ein Vorhaben für Datenzentren im All mit Gigawatt-Leistung, berichten Quellen. Startups wie Starcloud und Aetherflux verfolgen ähnliche Ziele. China hat bereits 12 Satelliten in den Orbit gebracht, die Teil eines geplanten 2800-Einheiten-Computing-Netzwerks sind.
Die Startkosten untergraben den Eifer. Sie liegen bei etwa 1000 Dollar pro Kilogramm. Laut Google-Forschung ist die wirtschaftliche Machbarkeit bei einem Fünftel dieses Niveaus. Altman gab zu, dass das Konzept möglicherweise eines Tages funktionieren könnte. „Datenzentren im All könnten eines Tages Sinn ergeben“, sagte er.
Musk und Altman teilen eine Geschichte als Rivalen. Musk gründete OpenAI, verließ es jedoch aufgrund von Streitigkeiten. SpaceX dominiert die Starts und treibt mit der Entwicklung von Starship den AI-Boom an. Bezos‘ Blue Origin ist zwar zurückhaltend, investiert aber stark in orbitalen Infrastruktur.
Datenzentren auf der Erde haben ihre eigenen Probleme. Die Strombedarf für die Ausbildung von KI explodiert. Nvidia-GPUs verbrauchen viel Strom, was Debatten über die Wiederbelebung der Kernkraft und Upgrades der Stromnetze auslöst. Befürworter des Raums versprechen unbegrenzten Sonnenstrom über Wolken und Wetter.
Altman‘ Rechnung zeigt jedoch Kompromisse. Ein Falcon 9-Start kostet 67 Millionen Dollar für 22 Tonnen in die niedrige Erdumlaufbahn – in der Praxis mehr als 3000 Dollar pro Kilogramm. Starship zielt auf niedrigere Kosten ab, aber die Zuverlässigkeit bleibt bei Skalierung unerprobt. Reparaturmissionen fügen weitere Milliarden hinzu.
Beobachter im Industrieumfeld teilen sich die Meinung zu Zeitleisten. Einige erwarten Rechenleistung im All bis 2030, wenn Wiederverwendung die Kosten senkt. Andere stimmen Altman zu: Derzeit reichen Erdbasierte Stromversorgung und Glasfaserkabel aus. OpenAI selbst expandiert in Bodeneinrichtungen, einschließlich eines Supercomputers namens Stargate mit Microsoft in Texas.
Altman‘ Aussagen hallen durch Silicon Valley. Investoren steckten letztes Jahr Milliarden in Raumfahrt-Startups. Seine Skepsis könnte Enthusiasmus kühlen, auch wenn Prototypen in Sicht sind.
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