Der Panama-Kanal wird ab Anfang September den Verkehr begrenzen, um sich auf niedrigere Wasserstände vorzubereiten, die durch das Wetterphänomen El Niño verursacht werden, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Transitbeschränkungen bei trockeneren Wetterbedingungen

Die Panama-Kanalbehörde, die den Wasserweg überwacht, kündigte an, dass tägliche Transitbegrenzungen eingeführt werden, um sich auf die trockeneren Wetterbedingungen vorzubereiten.

Unter den neuen Maßnahmen dürfen ab dem 4. September 34 Schiffe den Kanal passieren. Am 15. September wird die Obergrenze auf 32 Schiffe gesenkt.

Die Reisebeschränkungen markieren einen Kehraus für die Behörde. Im Mai hatte Reuters berichtet, dass die Behörde keine Pläne für Einschränkungen im Jahr 2024 hatte, da sie sich auf Maßnahmen zur Wassersparung aus dem Vorjahr verließ.

Erwarteter Einfluss auf den globalen Handel

Der Kanal, der etwa fünf Prozent des globalen Seehandels abwickelt, hat normalerweise die Kapazität, etwa 40 Schiffe pro Tag aufzunehmen; Seit Juni lag die durchschnittliche tägliche Zahl der Transitverkehre bei 35.

Jede erhebliche Verringerung des Verkehrs durch den Kanal könnte sich auf die internationale Schifffahrt auswirken und dadurch zu Verzögerungen führen. Das wiederum könnte die Kosten erhöhen.

Im Jahr 2023 führte eine schwere Dürre zu einem Rückgang des Verkehrs durch den Panama-Kanal um etwa 36 Prozent, was zu Störungen in globalen Lieferketten führte.

Die sinkenden Wasserstände jenes Jahres wurden ebenfalls auf El Niño und auf den durch menschliche Aktivitäten beschleunigten Klimawandel zurückgeführt.

El Niño wird in den kommenden Monaten intensiver

El Niño ist ein natürlicher Wetterzyklus, der alle zwei bis sieben Jahre auftritt, wenn das tropische Ostpazifikwasser stärker erwärmt wird als normal.

Die sich daraus ergebenden Wettermuster können sich auf die Region und sogar global auswirken; Bestimmte Gebiete laufen Gefahr, extremen Hitze und Dürre ausgesetzt zu sein, während andere Gebiete Überschwemmungen erleben.

Wissenschaftler erwarten in den kommenden Monaten einen besonders starken El Niño, möglicherweise zu den stärksten der Geschichte zählend. Das könnte zu einer Zunahme extremer Wetterereignisse führen.

Die Behörden des Panama-Kanals haben bereits früher Schiffsbeschränkungen verhängt, um Wasser zu sparen. Der Kanal verfügt über ein Schleusensystem, das Schiffe beim Übergang vom Pazifik zum Karibischen Meer und umgekehrt hebt und senkt.

Der Kanal wird jedoch auch von Frischwasser aus nahegelegenen Seen und Stauseen gespeist, vor allem vom Gatun-See. Die Einwohner Panamas verlassen sich auf diesen See, um Städte wie die Hauptstadt Panama City mit Trinkwasser zu versorgen, was den Wasserweg in Dürrezeiten zusätzlich belastet.