Die neue Ausstellung des Britischen Museums, „Samurai“, beginnt mit einem Rüstungsensemble, das eher wie ein hohles Schell als wie eine Kriegswaffe wirkt. Obwohl der Drachenhelm und die vergoldeten Lanzen an einen furchteinflößenden Kämpfer erinnern, zeigt der Schmuck der Schulter- und Schienenteile, dass das Design eher symbolisch als funktional ist. Diese bewusste Leere ist zentral für die Botschaft der Kuratoren: Die Samurai, einst eine dominante militärische Klasse, wurden schließlich Beamte und kulturelle Ikonen, ihre Rolle sich über Jahrhunderte verändernd.

Von Kriegern zu Beamten

Die Ausstellung umfasst fast 280 Objekte und verfolgt die Transformation der Samurai von Militär-Elite zu Beamten und schließlich zu globalen Popkultur-Ikonen. Die Ausstellung ist in drei chronologische Abschnitte unterteilt: Sie beginnt mit dem Aufstieg der Kriegerklasse (bushi) von der 8. bis zur 17. Jahrhundert, geht dann über ihre Verwaltungsfunktionen als Beamte im 17. bis 19. Jahrhundert und endet mit der modernen Mythenbildung, die folgte, als die Samurai im 1870er-Jahrhundert offiziell abgeschafft wurden.

Kuratorin Rosina Buckland hat die Ausstellung so organisiert, um die vielfältige Natur der Samurai-Kultur zu zeigen. „Die Samurai waren nicht nur Krieger“, sagte Buckland. „Sie waren auch Künstler, Beamte und Förderer der Künste.“

Die Ausstellung ist reich an visueller und materieller Kultur, mit kräftigen Purpur- und Magenta-Animationen galoppierender Krieger, die ganze Wände bedecken. Vergrößerte Ausschnitte aus Holzschnitten und Monitore, die Ausschnitte aus der FX-Adaption von James Clavells „Shōgun“ zeigen, schaffen eine theatralische Atmosphäre. Trotz der digitalen Elemente bieten die ausgestellten Objekte eine nuancierte Sicht auf das Leben der Samurai.

Kunst und Einfluss

Zu den Highlights gehören eine Reihe von sechs Panel-Faltbildern, die zwischen 1624 und 1644 gemalt wurden und Schlachten aus dem Genpei-Krieg (1180–85) darstellen. Diese Bilder festigten den militärischen Ruf der Samurai und hoben ihre gesellschaftliche Stellung hervor. Ein weiteres bemerkenswertes Werk ist ein schlichtes Splatter-Drucklandschaft von Sesshū Tōyō, einem Maler, der aus einer Samurai-Familie stammte und in den 1460er Jahren nach China reiste. Dieses Werk spiegelt die kosmopolitische Ausrichtung der Samurai-Klasse wider.

Weitere Exponate umfassen Domenico Tintorettos Porträt von Itō Mancio aus dem Jahr 1585, einem japanischen christlichen Botschafter, der von portugiesischen Missionaren bekehrt wurde. Dieses Werk illustriert die frühe Kontaktaufnahme zwischen Japan und Europa, eine Verbindung, die anders verlaufen wäre, wenn nicht die isolierten Politiken Japans in den 1630er Jahren gewesen wären.

Während der Edo-Zeit (1603–1868) wandelten sich die Samurai von Kriegern zu Grundbesitzern und Beamten. Sie leiteten Feuerwehren, sammelten Steuern und nahmen an Kämpfen teil. Ihre Heldentaten wurden später in Literatur, Theater und Holzschnitten dramatisch dargestellt. Ein fein gearbeitetes Porträt eines jungen Samurai aus dem Jahr 1840 von Hokusai, gemalt für einen männlichen Auftraggeber, enthält ein Gedicht, das den Jungen mit einer Metapher über Tau-nässe an Zweigen lobt.

Mythos und Moderne

Der letzte Abschnitt der Ausstellung beschäftigt sich mit den modernen Mythen um die Samurai. Ein 1889 gemaltes Bild des blauäugigen Italieners Enrico di Borbone-Parma, der in voller Samurai-Rüstung gezeigt wird, wird neben Holzschnitten aus den Kriegen Japans mit China und Russland ausgestellt. Diese Kriege sahen das moderne japanische Kriegsgerät, das samurai-symbole übernahm, während es europäische militärische Technologie annahm.

Die Ausstellung enthält auch westliche Anpassungen der Samurai-Imaginierung, wie beispielsweise Darth Vaders Kostüm, Laufstegmode von Marken wie Lanvin und Undercover sowie Ausschnitte aus Filmen von Akira Kurosawa. Diese Popkultur-Referenzen, obwohl populär, übertönen oft den nuancierten historischen Kontext, der zuvor in der Ausstellung präsentiert wurde.

Die Ausstellung „Samurai“ läuft im Britischen Museum bis zum 4. Mai und bietet den Besuchern die Möglichkeit, die komplexe Erbe der japanischen Kriegerklasse zu erkunden. Von ihren frühen Tagen als militärische Führer bis zu ihrer Transformation in kulturelle Ikonen ist die Geschichte der Samurai eine Geschichte der Evolution, Anpassung und nachhaltigen Einflussnahme.