Die USA haben umfassende Sanktionen gegen den ehemaligen Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, verhängt, as Washington wirft ihm vor, die Rebellengruppe M23 finanziell unterstützt und desertionswillige Soldaten ermutigt zu haben. Zudem soll Kabila versucht haben, von außerhalb des Landes Angriffe auf die Armee zu starten, teilte das Weiße Haus mit.
Sanktionen und Einfrierung von Vermögen
Der 54-jährige Ex-Präsident regierte das Land von 2001 bis 2019. Er reagierte nicht auf eine Anfrage der BBC. Die USA erklärten, die Sanktionen würden Teil eines größeren Bemühens sein, den Friedensvertrag zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda zu unterstützen, den Washington vermittelt hat. Zudem wirft Washington Ruanda vor, die M23 unterstütze. Im März wurden einige führende Kommandeure der ruandischen Armee sanktioniert.
Kigali bestreitet, die Rebellen zu unterstützen, obwohl überwältigende Beweise vorliegen. Die militärische Präsenz Ruandas in der Region sei eine Verteidigungsmaßnahme gegen Bedrohungen durch bewaffnete Gruppen im Kongo. Alle Vermögenswerte Kabilas in den USA wurden eingefroren. Amerikaner und Unternehmen dürfen nicht mit ihm Geschäfte machen.
Konfliktfördern bekämpfen
Banken und Partner im Ausland wurden gewarnt, nicht einmal indirekt mit dem ehemaligen Präsidenten Geschäfte zu machen. Verstöße können schwere zivilrechtliche oder strafrechtliche Konsequenzen haben. Die Sanktionen sollen nicht nur bestrafen, sondern auch Verhaltensänderungen erzwingen. Damit signalisiert Washington, ehemalige Führer, die Konflikte befeuern, gezielt bekämpfen zu wollen.
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo leidet seit Jahren unter Konflikten. Zahlreiche bewaffnete Gruppen operieren dort. Anfang 2025 gelang es der M23, bedeutende Gebiete in dieser mineralreichen Region zu erobern, darunter auch die größten Städte. Die USA erklärten, die Sanktionen würden auch einen regionalen Wirtschaftsvertrag unterstützen, der ‘Transparenz in kritischen Rohstofflieferketten’ fördert.
Rechtlicher und politischer Hintergrund
Vor einem Jahr einigten sich die USA und der Kongo auf eine Partnerschaft, um den Zugang zu den reichen Vorkommen an Rohstoffen wie Kobalt, Coltan und Kupfer zu erhöhen. Im September letzten Jahres verurteilte ein kongolesisches Militärgericht Kabila in Abwesenheit zu lebenslanger Haft wegen Kriegsverbrechen und Verrat im Zusammenhang mit seiner angeblichen Unterstützung der M23. Er leugnete die Vorwürfe, erschien aber nicht vor Gericht, um sich zu verteidigen, und bezeichnete den Fall als ‘willkürlich’.
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