Die Hantavirus-Ausbruchsserie. Die mit der Kreuzfahrt MV Hondius zusammenhängt, sorgt weiterhin in mehreren Ländern für Sorge. Das Schiff verließ am 1. April Ushuaia in Argentinien und machte Halt in den Kapverdischen Inseln und auf Teneriffa, bevor es nach Europa zurückkehrte; Insgesamt wurden zwölf Personen positiv getestet, drei Passagiere starben. Das niederländische Nationale Institut für Gesundheit und Umwelt (RIVM) teilte mit, dass der 12. bestätigte Fall ein in Quarantäne gewesener Mensch sei, der mittlerweile aus Vorsicht ins Krankenhaus gebracht wurde. Dies zeigt, dass die Bemühungen zur Ursachenforschung und Verbreitung des Virus andauern.

Andes-Stamm identifiziert; Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich

Laut RIVM handelt es sich bei dem in der Ausbruchsserie beteiligten Stamm um das Andes-Virus, den einzigen bekannten Hantavirus-Stamm, der sich von Mensch zu Mensch übertragen kann. Diese Eigenschaft ist von besonderer Bedeutung, da die meisten Hantavirus-Fälle von Ratten auf den Menschen übertragen werden, and Die WHO bestätigte, dass die Erkrankung vom Andes-Stamm stammt, und die Reihenfolge der Infektionen unterstützt laut medizinischen Quellen die Theorie der menschlichen Übertragung. Diese Möglichkeit hat den Fokus der Ermittlungen von der Rattenexposition auf die direkte Übertragung unter Passagieren verlagert, die gemeinsame Räume und Aktivitäten nutzten.

Eine Passagierin, die anonym bleiben möchte, teilte EL PAÍS English mit, dass vermutet wird, dass das niederländische Ehepaar die Quelle der Infektion sein könnte — Das Paar war mehrere Monate lang mit ihrem Van durch Südamerika gereist, bevor es die Kreuzfahrt bestieg. Die Reihenfolge der Infektionen sowie die Eigenschaften des Andes-Stamms stützen die Hypothese, dass der erste Fall zu einer Kette von Infektionen unter engen Kontakten an Bord führte.

Isolation und Überwachung der Passagiere

Passagiere, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, werden engmaschig überwacht. Die britische Gesundheitsbehörde (UKHSA) berichtete, dass 20 britische Staatsbürger im Arrowe Park Hospital in Merseyside isoliert werden. Sie wurden von Teneriffa abgeschoben und unterziehen sich derzeit einer 72-stündigen Krankenhausaufenthalt, bevor sie zu Hause für weitere 42 Tage in Selbstisolation gehen. Robin May, Chef-Wissenschaftler der UKHSA, betonte, dass alle britischen Evakuierten „gesund und asymptomatisch“ seien.

Ähnliche Maßnahmen werden in Europa und Afrika ergriffen. Eine Frau in Paris ist in einem Krankenhaus in Isolation, und ihr Zustand verschlechtert sich, wie französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist erklärte. Sie fügte hinzu, dass 22 ihrer engen Kontakte ermittelt wurden und unter Beobachtung stehen. In den Niederlanden werden die Evakuierten aus dem Schiff wöchentlich getestet, wobei zwei separate Labore den positiven Test des 12. Falls bestätigten. Das RIVM wies darauf hin, dass die positiv getestete Person vor der Hospitalisierung zu Hause isoliert gewesen sei.

Laufende Kontaktnachverfolgung und Risikobewertung

UKHSA-Beamte bezeichnen die Kontaktnachverfolgung als „riesigen Aufwand“. Robin May erklärte gegenüber der BBC, dass die Arbeit „etwas, was wir noch eine Weile fortführen werden“. Er wies zudem darauf hin, dass die Isolationsdauer je nach wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert werden könnte. Er wiederholte, dass das Risiko für Personen, die nicht direkt mit der Kreuzfahrt in Verbindung stehen, „extrem gering“ sei.

Die WHO untersucht derzeit, wie das Virus an Bord gelangte. Es wird vermutet, dass der erste Fall während einer Vogelbeobachtung stattfand, bei der eine Rattenexposition wahrscheinlich war. Hantavirus wird in der Regel durch Einatmen von Aerosolen aus Rattenkot, Urin oder Speichel übertragen, was zunächst als wahrscheinlichste Übertragungsart an Bord galt. Mit Eintreffen weiterer Daten gewinnt jedoch die Hypothese der menschlichen Übertragung bei Gesundheitsbehörden an Gewicht.