Die Zahl der Melanom-Fälle in Großbritannien wird bis 2040 auf 26.500 Neuerkrankungen pro Jahr steigen, wie eine Analyse von Cancer Research UK ergibt. Dies entspricht einem Anstieg um 23 Prozent bei Männern und 26 Prozent bei Frauen. Ein Grund dafür sei unter anderem die wachsende und älter werdende Bevölkerung im Land.
Sorge um UV-Strahlung und Öffentlichkeitsarbeit
Mitchell, Geschäftsführerin von Cancer Research UK, hob den besorgniserregenden Trend hervor. Sie betonte, dass die meisten Melanom-Fälle vermeidbar seien. Fast neun von zehn Fällen in Großbritannien würden auf übermäßige UV-Strahlung von der Sonne oder von Solariums zurückgeführt. Fünf oder mehr Sonnenbrände verdoppeln das Melanom-Risiko.
Angesichts der aktuellen Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius am kommenden Feiertagswochenende wurden von der UK Health Security Agency und dem Met Office gelbe Hitze-Warnungen für England ausgestellt. Diese Warnungen mahnen, dass gefährdete Menschen ein erhöhtes Risiko tragen. Mitchell appellierte an die Öffentlichkeit, Sonnenschutz ernst zu nehmen. Dazu zählen Schutz vor der Sonne, Kleidung tragen und Sonnencreme anwenden. Sie betonte außerdem die Bedeutung von Beobachtung ungewöhnlicher Hautveränderungen, wie neue oder veränderte Muttermale, und den Besuch beim Hausarzt bei Unsicherheit.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Hautkrebs
Eine frühere Analyse der gleichen Organisation zeigte geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Entstehung von Hautkrebs. Im Jahr 2023 fand die Studie heraus, dass Männer häufiger Hautkrebs an Rücken und Beinen entwickeln, während Frauen vor allem an Beinen und Armen betroffen sind. Diese Erkenntnisse zeigen, dass gezielte Öffentlichkeitskampagnen erforderlich sind.
Trotz solcher Bemühungen bleibt Melanom die fünft häufigste Krebsart in Großbritannien und weltweit die häufigste. Obwohl die Öffentlichkeitsarbeit sich verbessert hat, sagen Experten, dass mehr getan werden muss, um Sonnenschutz in den Vordergrund zu rücken, insbesondere bei jüngeren Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Geschichte schwerer Sonnenexposition.
Neue Forschung zu mRNA-Impfstoffen und Krebs
In einer getrennten, aber verwandten Entwicklung fand eine Studie der University of Florida und der University of Texas MD Anderson Cancer Center heraus, dass Patienten mit fortgeschrittenem Lungen- oder Hautkrebs, die innerhalb von 100 Tagen nach Beginn der Immuntherapie einen mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus erhielten, deutlich länger lebten als Patienten, die keinen Impfstoff bekamen. Die Studie basiert auf der Auswertung von mehr als 1.000 Patientenakten und legt nahe, dass der Impfstoff die Fähigkeit des Immunsystems, Krebs zu bekämpfen, verbessern könnte.
Elias Sayour, einer der Co-Leitautoren der Studie, bezeichnete die Erkenntnisse als „entscheidenden Moment“ in der Forschung zu mRNA-basierten Therapien für Krebs. Die Ergebnisse unterstützen das Potenzial einer universellen Krebsimpfung, die die Wirksamkeit der Immuntherapie steigern könnte. Falls die Ergebnisse in einer derzeit in Entwicklung befindlichen randomisierten klinischen Studie bestätigt werden, könnten sie weltweit einen großen Einfluss auf die Onkologie-Behandlung haben.
Jeff Coller, ein mRNA-Forscher an der Johns Hopkins University, stellte fest, dass die Studie zeigt, wie sich die mRNA-Technologie, die ursprünglich für die Pandemie entwickelt wurde, weiterhin unerwartete Vorteile für Krebspatienten liefern könnte. Die Ergebnisse passen in die größere Tendenz, mRNA-basierte Therapien zur Behandlung verschiedener Krankheiten neu zu nutzen.
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