Polizeibeamte wurden landesweit in Südafrika eingesetzt, da Befürchtungen bestehen, dass Demonstrationen gegen Einwanderer gewalttätig werden könnten. Präsident Cyril Ramaphosa mahnte Demonstranten, von ‘Einschüchterung, Drohungen oder Ultimaten’ abzusehen, meldete die BBC.

Frist für Migranten und Repatriierungen

Die Demonstrationen markieren eine unoffizielle Frist, die Aktivisten für alle nicht registrierten Ausländer gesetzt haben. Viele von ihnen flohen bereits, um Gewalt und Einschüchterung zu entgehen. Die südafrikanische Polizei teilte mit, dass bislang 25.000 Migranten repatriiert wurden. Die meisten stammen aus anderen afrikanischen Ländern.

Ein nicht registrierter Malawier sagte der BBC, er sei „glücklich, zurückzukehren“, aber „traurig“, vier kleine Kinder zurücklassen zu müssen. Das Innenministerium erklärte, die Demonstrationen seien im Großen und Ganzen friedlich verlaufen, wobei vereinzelte Fälle von Plünderung und versuchter Plünderung gemeldet wurden.

Stadt sperren und Sicherheitsmaßnahmen

Johannesburg, in der eine Demonstration stattfindet, ist ungewöhnlich ruhig. Geschäfte im Stadtzentrum sind geschlossen, während die Polizei auf den Hauptstraßen stark präsent ist. Einige Demonstranten warfen Steine und zerbrachen Fenster in einigen Wohnungen in Yeoville, einem Vorort von Johannesburg, in dem viele afrikanische Migranten leben.

Die Polizei teilte mit, dass fünf Personen in Soweto, dem größten Vorort von Johannesburg, festgenommen wurden, nachdem sie angeblich ein von Ausländern geführtes Geschäft geplündert hatten. Fünf weitere Personen wurden in Hammarsdale im KwaZulu-Natal-Gebiet festgenommen, nachdem sie angeblich in einen Snack-Laden eingebrochen hatten. In der Hauptstadt Durban des Bundeslandes sind viele Geschäfte ebenfalls geschlossen. Ein Polizeihubschrauber kreist über der Stadt.

Regierungsreaktion und Spannungen

Ramaphosa traf einige der Demonstrationsführer am Vorabend der Marschroute, um Spannungen abzubauen. Er mahnte mehrfach zu friedlichem Handeln, stimmte aber auch der Notwendigkeit von Einwanderungsreformen zu. „Einige ausländische Staatsbürger, die in Südafrika leben, sind hier rechtmäßig“, erinnerte er die Bürger in seiner wöchentlichen Newsletter-Nachricht. „Sie arbeiten, studieren, ziehen Familien auf, investieren in unsere Wirtschaft und leisten einen positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft. Auch sie haben ein Recht auf Schutz durch unsere Gesetze und Verfassung.“

Die Statistik enthält nicht die vielen weiteren Migranten, die angeblich im Land ohne Papiere leben – ein Streitpunkt für die Demonstranten. Die Polizei teilte mit, dass etwa 50.000 Migranten seit Januar festgenommen wurden, weil sie sich illegal im Land aufhielten. Eine Einwohnerin von Soweto sagte der BBC, die Demonstranten wollten nur, dass Ausländer „die Gesetze Südafrikas einhalten“. Sie fügte hinzu, dass sie mit dem starken Polizeieinsatz nicht glaube, dass der Marsch in Johannesburg gewalttätig werde.