Die Artemis-Astronauten werden während ihres Flugs hinter dem Mond eine einzigartige Stunde der Einsamkeit erleben, als sie für etwa 40 Minuten den Kontakt zur Erde verlieren, berichtet die BBC. Diese Periode des Funkstills entsteht, wenn das Raumschiff in den Schatten des Mondes gerät und die Besatzung vollständig von der Missionsteuerung in Houston, Texas, abgeschnitten wird.

Die Stunde der Isolation

Als die Artemis-Besatzung durch die Weite des Weltraums reist, werden sie von allen Kommunikationen mit der Erde abgeschnitten. Dies geschieht, wenn das Raumschiff hinter den Mond gerät und die Funk- und Laser-Signale blockiert, die eine Kommunikation ermöglichen. Dieser Moment der Isolation wird voraussichtlich um 23:47 Uhr BST (18:47 Uhr EDT) am Montag stattfinden, wie die BBC berichtet.

In dieser Zeit werden die vier Astronauten mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen durch die Dunkelheit des Weltraums reisen. Es ist ein tiefgründiger Moment der Einsamkeit und Stille, wie die BBC beschreibt. Artemis-Pilot Victor Glover hofft, dass die Welt diese Zeit nutzen wird, um sich zu vereinen.

Glover sagte der BBC News vor der Mission, dass er hoffe, dass die Menschen während der Funkstille gute Gedanken und Gefühle senden würden. „Wenn wir hinter dem Mond sind und von niemandem kontaktiert werden, nutzen wir diesen Moment“, sagte er. „Wir beten, hoffen und senden unsere guten Gedanken und Gefühle, damit wir wieder in Kontakt mit der Besatzung kommen.“

Historische Parallelen

Das Erlebnis, den Kontakt zur Erde zu verlieren, ist in der Raumfahrt nicht neu. Vor mehr als 50 Jahren erlebten auch Apollo-Astronauten diese Isolation durch den Verlust des Signals während ihrer Missionen zum Mond. Vielleicht keiner mehr als Michael Collins von Apollo 11, der allein im Kommandomodul war, während Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf der Mondoberfläche Geschichte schrieben.

In seinem Memoir „Carrying the Fire“ aus dem Jahr 1974 beschrieb Collins, sich „wirklich allein“ und „von allen bekannten Lebensformen abgeschnitten“ zu fühlen. Er fühlte sich jedoch nicht verängstigt oder einsam. In späteren Interviews beschrieb er die Ruhe und Gelassenheit, die die Funkstille brachte, und die Pause von den ständigen Anfragen der Missionsteuerung.

Zurück auf der Erde wird die Funkstille eine angespannte Zeit für diejenigen sein, die den Kontakt zum Raumschiff aufrechterhalten. Am Goonhilly Earth Station in Cornwall sammelt eine riesige Antenne Signale vom Orion-Kapsel, lokalisiert deren Position während der gesamten Reise und sendet diese Informationen zurück an das NASA-Hauptquartier.

Laut Matt Cosby, Chief Technology Officer von Goonhilly, ist dies das erste Mal, dass sie ein Raumschiff mit Besatzung verfolgen. „Dies ist das erste Mal, dass wir ein Raumschiff mit Besatzung verfolgen“, sagte er der BBC. „Wir werden etwas nervös sein, wenn es hinter den Mond geht, und dann sehr begeistert sein, wenn wir es wieder sehen, denn wir wissen, dass alle sicher sind.“

Die Zukunft der Mondkommunikation

Die Hoffnung ist, dass diese Unterbrechungen in der Kommunikation bald der Vergangenheit angehören werden. Laut Cosby ist dies entscheidend, wenn NASA und andere Raumfahrtagenturen beginnen, eine Mondbasis zu errichten und weitere Explorationen zu intensivieren. „Für eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond braucht man eine vollständige Kommunikation – eine volle 24 Stunden am Tag, auch auf der Mondrückseite, denn die Mondrückseite wird ebenfalls erkundet werden“, sagte er.

Programme wie das der Europäischen Weltraumagentur, Moonlight, planen, ein Netzwerk von Satelliten um den Mond zu starten, um in Zukunft eine kontinuierliche und zuverlässige Kommunikation abzudecken. Für die Artemis-Astronauten wird die Zeit ohne Kontakt zur Erde es ihnen ermöglichen, ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Mond zu widmen.

Während der Funkstille werden sie sich der Mondbeobachtung widmen, Bilder machen, die Geologie des Mondes studieren und einfach den Anblick seiner Schönheit genießen. Als sie aus dem Schatten des Mondes hervortreten und das Signal wiederhergestellt wird, wird die Welt gemeinsam erleichtert seufzen.

Und die historischen Astronauten werden in der Lage sein, ihre unglaublichen Ansichten mit allen zu teilen, die auf der Erde sind. Die 40 Minuten, in denen die Artemis-Besatzung den Kontakt zur Erde verliert, werden ein Moment der Einsamkeit und Verbindung sein, während die Welt ihre Reise verfolgt.