Die Situation in den Flüchtlingscamps in Gaza wird immer kritischer. 80 Prozent der Unterkünfte sind stark von Ratten befallen, wie UN-Agenturen berichten. Eine Mutter namens Mayaseen schilderte, wie ein Frettchen ihre Tochter attackiert und ihre Hand blutig verletzt hat. „Als mein Mann das Licht einschaltete, rannte das Frettchen weg. Ich sah auf die Hand meiner Tochter – sie war voll Blut. Alles war blutig“, sagte sie der BBC.

Öffentliche Gesundheitskrise

Die Plage hat zu dringenden Warnungen von Hilfsorganisationen geführt. Ratten und andere Schädlinge stellen eine Gefahr durch Bisse, Kratzer und die Ausbreitung von Krankheiten wie Leptospirose, Atemwegserkrankungen und Lebensmittelvergiftungen dar. Reinhilde Van De Weert, Vertreterin der WHO vor Ort, nannte die Befallssituation eine „leider vorhersehbare Folge der zerstörten Lebensbedingungen“.

Bassam Zaqout, Leiter der medizinischen Rettungsarbeit in Gaza, warnte vor Leptospirose, einer durch Rattenurin übertragbaren Krankheit, die in den Camps zur traurigen Realität werden könnte. „Diese Ausbrüche finden unter harten Lebensbedingungen statt: erstickende Überbevölkerung, Mangel an sauberem Wasser und die totale Zerstörung der medizinischen Infrastruktur“, sagte er laut Truthout.

Lebensbedingungen und Gesundheitsrisiken

Mehr als 1,45 Millionen Menschen sind von der Krise betroffen. In einer kürzlich von UN-Agenturen zitierten Umfrage zeigten 80 Prozent der Unterkünfte häufige Ratten- oder Schädlingsaktivitäten. Ratten gefährden die Menschen durch Urin, Kot und Flöhe, was zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führt.

Eine Großmutter, die unter Diabetes und Nervenschäden an den Füßen leidet, berichtete, dass Ratten Teile ihrer Zehen abgebissen hätten. Die Situation hat zu Panik in den Camps geführt. Eltern übernehmen nun Schichten, um ihre Kinder nachts vor diesen aggressiven Tieren zu schützen.

Internationale Reaktion und stockender Fortschritt

Die israelische Verteidigungsbehörde Cogat, die die Grenzübergänge in Gaza kontrolliert, teilte mit, sie arbeite mit internationalen Organisationen an Lösungen für die Sanitärprobleme. Allerdings hat sich sechs Monate nach dem von den USA vermittelten Waffenstillstandsabkommen im Oktober 2025 die humanitäre Lage kaum verbessert. Der Fortschritt erscheint blockiert. Es gibt weiterhin regelrechte Luftangriffe, bei denen Israel behauptet, Hamas-Positionen zu treffen.

Die Camps, die mittlerweile in ihrem dritten Jahr der Flucht sind, werden als ideale Brutstätten für die Krise beschrieben. Der Abfall häuft sich, und die Abwassersysteme sind überlaufen. Das Leiden der Gaza-Bewohner ist in den Hintergrund der globalen Aufmerksamkeit gerückt. Es gab kaum Entlastung für diese künstlich geschaffene Krise.