Barcelona hat sein Tribut an die acht Spieler aus dem Kader, die Spanien bei der WM 2022 in Katar zum Sieg verhalfen, abgesagt. Der Club wollte die WM-Stars vor dem Heimspiel gegen Athletic Bilbao am Donnerstag ehren, stattdessen fand eine von Fans organisierte Aktion mit katalonischen Unabhängigkeitsfahnen statt. Etwa 10.000 kleine katalonische Fahnen wurden vor dem Spiel an Zuschauer verteilt. Große Fahnen und Banner wurden ebenfalls in den Rängen gezeigt.

Ein Vorfall führte zur Entscheidung

Die Absage des Tributs erfolgte nachdem bei einem Spiel in Elche am vergangenen Wochenende ein Fan seine katalonische Unabhängigkeitsfahne abgegeben wurde. Der Fan soll die Polizisten angegangen haben, was mit Schlagstöcken und einer Festnahme reanimiert wurde. Barcelona-Präsident Joan Laporta bestätigte, dass der Club unter den aktuellen Umständen nicht mit dem Tribut fortfahren werde. „Die Zeremonie zur Ehrung der Weltmeister wird nicht stattfinden“, sagte Laporta. „Sie wird nicht stattfinden, weil sie nicht in dem angemessensten Kontext abgehalten wird.“ Er fügte hinzu, dass die Royal Spanish Football Federation die Entscheidung verstehe.

Fans setzen auf regionale Identität

Vor dem Spiel marschierten angeblich Tausende Fans mit katalonischen Unabhängigkeitsfahnen in der Nähe des Camp Nou, berichteten lokale Medien. Die katalonische Unabhängigkeitsfahne ist ein Symbol für Unabhängigkeit und stellte schon lange einen Streitpunkt in Spanien dar, wo das öffentliche Zeigen der Fahne zu polizeilichen Eingriffen führen kann. Laporta verteidigte das Recht der Fans, ihre Identität durch die Fahne auszudrücken. „Die Estelada steht für die Einstellung vieler Barca-Fans und Katalanen“, sagte er. „Sie ist Teil der Meinungsfreiheit.“

Weiterer Kontext zu Fans-Rechten

Andere führende spanische Clubs hatten bereits ihre WM-gewinnenden Spieler mit Veranstaltungen geehrt, die die Ausstellung des WM-Trophäe beinhalteten und den spanischen Nationaltrainer Luis de la Fuente anwesend waren. Barcelona, das mit den meisten WM-Siegern in Spanien ausgestattet ist, hatte eine ähnliche Tributveranstaltung geplant. Der Club hat sich nun jedoch auf fangetragene Initiativen konzentriert. Der Club und Fan-Gruppen kritisierten die übertriebene Reaktion der Behörden in jüngsten Spielen und forderten mehr Respekt für die Meinungsfreiheit und regionale Identität.