Amaravati, 5. März – M. Sunil Kumar Naik, ein IPS-Offizier aus Bihar und derzeitiger Leiter der Feuerwehrdienste in Bihar, erschien am Donnerstag vor der Polizei von Andhra Pradesh, um wegen des Verdachts auf Folter des ehemaligen Abgeordneten K. Raghu Ramakrishna Raju befragt zu werden. Raju, der nun stellvertretender Sprecher des Andhra Pradesh-Parlaments ist, soll 2021 unter der Regierung der YSR Congress Party in Polizeigewahrsam gefoltert worden sein.
Rechtliche Verfahren und Gerichtsbeschlüsse
Sunil Kumar Naik erreichte um 10 Uhr mittags den zentralen Kriminaldienst in Guntur, um von A. R. Damodar, dem zuständigen Ermittlungsbeamten, befragt zu werden. Die Befragung sollte bis 17 Uhr andauern.
Naik erschien vor der Polizei auf Anordnung des Obersten Gerichts von Andhra Pradesh, das ihm am Montag vorläufigen Schutz in seiner Antrag auf vorläufige Freiheit gewährt hatte. Das Gericht wies ihn jedoch an, sich bis zum 5. März vor den Ermittlungsbeamten zu zeigen. Trotz der ausgestellten Benachrichtigungen hatte die Polizei Sunil Naik am 23. Februar in Patna festgenommen. Ein Gericht in Patna lehnte jedoch die Bitte der Polizei um einen Transitbeschluss ab.
Anschließend wandte sich die Polizei an ein Gericht in Guntur, das am 26. Februar einen Haftbefehl für Naik ausstellte. Naik beantragte anschließend vorläufige Freiheit beim Obersten Gericht, wobei sein Anwalt argumentierte, dass der Fall gegen ihn politisch motiviert sei.
Justice Venkata Jyothirmayee Prathapa wies Naik an, sich bis zum 5. März vor den Ermittlungsbeamten zu zeigen und bei jeder Aufforderung zu erscheinen. Das Gericht vertagte weitere Verhandlungen auf den 9. März.
Hintergrund des Folter-Vorfalls
K. Raghu Ramakrishna Raju, der ehemalige Abgeordnete, wurde am 14. Mai 2021 in Hyderabad verhaftet, nachdem er sich gegen die Regierung aussprach und angeblich interne Unruhen angefacht hatte. Zu diesem Zeitpunkt war er ein Mitglied des Lok Sabha, das 2019 mit einem YSRCP-Ticket aus Narsapuram gewählt worden war, später aber zum Aufrührer wurde. Er schloss sich später der Telugu Desam Party (TDP) an und wurde im Jahr 2024 in das Parlament gewählt, wo er schließlich stellvertretender Sprecher wurde.
Raju meldete im Juli 2024 eine Anzeige gegen Y.S. Jagan Mohan Reddy, drei IPS-Offiziere und andere an, in denen er eine Versuch auf sein Leben während seiner Inhaftierung anprangerte. Sunil Naik, der zu dieser Zeit als Leiter des A.P. Kriminalermittlungsdepartements (CID) auf Leihdienst tätig war, kehrte 2024 nach Bihar zurück.
Der Fall hat die rechtlichen und politischen Dynamiken um Folter in Indien ins Licht gerückt, wo solche Vorfälle oft im Geheimen stattfinden und von Transparenz fehlen. Laut der Nationalen Menschenrechtskommission wurden zwischen 2018 und 2022 3.217 Fälle von Folter und Tod in Gewahrsam gemeldet, wobei viele ungeklärt blieben.
Auswirkungen und nächste Schritte
Die laufenden rechtlichen Verfahren könnten erhebliche Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Polizei in Andhra Pradesh und das breitere Problem der Folter in Indien haben. Die Entscheidung des Obersten Gerichts, Naik bis zum 5. März vor den Ermittlungsbeamten zu erscheinen, markiert einen kritischen Meilenstein im Fall.
Analysten haben festgestellt, dass der Fall die Notwendigkeit einer höheren Verantwortung und Transparenz in der Polizei betont. „Die Tatsache, dass ein ranghoher IPS-Offizier in diesem Fall befragt wird, sendet eine starke Botschaft über die Gerichtsentschlossenheit, Gerechtigkeit zu gewährleisten“, sagte ein Rechtsexperte in Hyderabad.
Mit der nächsten Verhandlung am 9. März wird das Ergebnis der Ermittlungen genau beobachtet. Der Fall wirft auch Fragen zu den politischen Motiven hinter der Anzeige und der Rolle der Polizei bei der Bearbeitung politisch sensibler Fälle auf.
Der Vorfall hat Diskussionen über die Notwendigkeit von gesetzlichen Reformen zur Verhinderung von Folter erneut entfacht, wobei mehrere Advocacy-Gruppen für strengere Kontrollmechanismen und verstärkte rechtliche Schutzmaßnahmen für Inhaftierte eintreten.
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