Brazils Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die Haftstrafe des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro nach der Niederlage bei der letzten Wahl erheblich verringert. Im März 2023 wurde Bolsonaro zu 27 Jahren Haft verurteilt, nachdem er versucht hatte, an der Macht zu bleiben, nachdem er die Wahlen 2022 gegen Luiz Inacio Lula da Silva verlor.
Die Strafreduzierung
Lula hatte versucht, die von der konservativen Mehrheit im Parlament vorgeschlagene Reduzierung der Haftstrafe auf knapp zwei Jahre zu verhindern. Doch in einer angespannten Sitzung am Donnerstag überwanden die Abgeordneten seinen Vetorechts. Das Gesetz könnte weiterhin vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden.
Bolsonaro, 71, war im März vorübergehend auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, da er gesundheitlich angeschlagen war. Der ehemalige Armeeoffizier, der von 2019 bis 2022 Präsident war, hatte laut Angaben des Obersten Gerichtshofs im September davon gewusst, dass es Pläne gab, Lula und dessen stellvertretenden Kandidaten Geraldo Alckmin zu töten.
Fehlschlag der Verschwörung und politische Auswirkungen
Ohne die Unterstützung der führenden Militärs scheiterte die Verschwörung. Lula wurde am 1. Januar 2023 ohne Zwischenfälle vereidigt. Nachdem Lulas Vetorecht abgelehnt wurde, riefen mehrere Abgeordnete laut nach Freiheit. Flavio Bolsonaro, der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten, der politisch auf die Nachfolge seines Vaters hofft, wurde erwähnt.
„Ich danke den Abgeordneten und Senatoren für dieses besondere Geburtstagsgeschenk“, schrieb Flavio Bolsonaro, Senator aus Brasilien, auf X, da die Vetorechtsablehnung mit seinem 45. Geburtstag zusammenfiel. Mehr als zwei Drittel des Parlaments stimmten für das Gesetz, das Strafen für Coup-Versuche verringert.
Politische Dynamik und Rechtsstreit
Es ist der zweite Schlag für die linke Regierung aus dem eigenen Parlament in dieser Woche. Lula, der für eine vierte Amtszeit kandidiert, hat zudem am Tag vor der Vetorechtsablehnung einen Rückschlag erlitten. Der Senat lehnte Lulas Kandidaten für einen Obersten Richterposten, Jorge Messias, ab. Es war das erste Mal in Jahrzehnten, dass der Präsident seine Kandidaten für den Obersten Gerichtshof nicht durchsetzen konnte. Dies markiert zudem Momentum für den jüngeren Bolsonaro, der im Wählerstreben mit Lula gleichauf liegt.
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