In seiner Dokumentation „Invasion der Papageien“ untersucht Chris Packham die Ausbreitung von Ringhalspapageien in Großbritannien; Diese Vögel, ursprünglich aus Asien und Afrika, zählen inzwischen zu den häufigsten Vögeln in Europa mit geschätzt 15 000 Paaren in Großbritannien. Packham rekonstruiert, wie sie in das Land kamen. So spielte 1951 die Dreharbeiten zum Film „The African Queen“ eine Rolle. Zudem gab Jimi Hendrix’ damalige Partnerin in den späten 1960er Jahren Vögel frei. Die Dokumentation fragt, ob die Papageien wirklich invasiv sind oder einfach missverstanden werden.
Ein weiteres Projekt Packhams, ein Film zum Klimakrisen-Thema, nimmt einen dringenden und kontroversen Ton an. Strukturiert wie eine Regierungsnotfallmeldung, zeigt der 50-minütige Film neun Experten, die Abgeordnete und das Publikum über die dringende Notwendigkeit grundlegender Änderungen in Energie, Landwirtschaft und Sicherheitspolitik informieren, um den Klimawandel zu bekämpfen. Einer der Redner, Generalleutnant Richard Nugee, bezeichnet den Klimawandel als „die gefährlichste Bedrohung für unsere Gesellschaft“. Der Dokumentarfilm, der in Stil und Form an „Gogglebox“ erinnert, stellt düstere wissenschaftliche Prognosen mit Reaktionen von Prominenten und Privatpersonen in Kontrast. Laut „The Spectator“ wird der Film auf Veranstaltungen im ganzen Land gezeigt. Viele Zuschauer seien zu Tränen gerührt worden.
In der neuen BBC-Serie „Evolution“ begibt sich Packham auf eine Reise durch die Zeit, um die biologischen Veränderungen zu erkunden, die zu den heutigen Tieren führten. Die Serie untersucht die genetische Abstammung von Elefant, Strauß, Fledermaus, Pferd und Delphin. Laut Produzent Rob Liddell ist die Serie „sowohl episch als auch persönlich“, sie verfolgt die evolutionären Geschichten dieser Tiere bis zu ihren formgebenden Momenten. Eine besonders faszinierende Folge beschäftigt sich mit dem Ediacaran-Period, ungefähr 570 Millionen Jahre vor Christus, als seltsame Fossilien, die Ediacara-Biota genannt werden, plötzlich aus dem Fossilienarchiv verschwanden. Eine führende Hypothese besagt, dass die Entwicklung des After möglicherweise diesen Massenaussterben ausgelöst hat, indem Tiere in der Lage waren, ständig zu fressen und bestehende Ökosysteme zu stören.
Packham unterstützte zudem einen BBC-Dokumentarfilm über das Leben des 19. Jahrhunderts Malers William Turner, betitelt „Turner: Die geheimen Skizzenbücher“. Der Film fragt, ob Turner, der als Englands größter Maler gilt, neurodivergent war. Aufbauend auf seiner eigenen Erfahrung als selbstbezeichnender Autist, weist Packham auf Turners obsessives Detailvermögen und seine intensive Konzentration hin, Eigenschaften, die oft mit Neurodiversität in Verbindung gebracht werden. Der Film enthält Einblicke von Künstlern, Historikern und Psychologen, darunter Timothy Spall, der Turner in dem 2014 erschienenen Film „Mr Turner, Meister des Lichts“ verkörpert hat. Packham betont, dass eine posthum diagnostizierte Neurodiversität nicht möglich sei, doch die Parallelen zwischen Turners kreativem Prozess und heutigen Kenntnissen über Neurodiversität seien beeindruckend.
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