Lindsay Clancy, die Mutter aus Massachusetts, die mit dem Mord an ihren drei Kindern angeklagt ist, litt laut einem forensischen Psychiater während der Tötungen unter einer „Befehlshalluzination“, wie die BBC meldet. Der Psychiater sprach während ihres Prozesses vor dem Geschworenenteam.
Abwehr mit Postpartalpsychose
Clancys Verteidigung bestreitet nicht, dass sie die Tötungen begangen hat, argumentiert aber, dass sie aus Gründen der Postpartalpsychose nicht schuldig zum Mord sei. Der letzte Zeuge der Verteidigung, der forensische Psychiater Phillip Resnick, erklärte die Auswirkungen der Postpartalpsychose.
Die Anklage hingegen behauptet, Clancy habe bewusst und gezielt ihre drei Kinder, Cora (5), Dawson (3) und Callan (acht Monate) – erdrosselt und sei anschließend aus einem Fenster im zweiten Stock gesprungen. Resnick sagte den Geschworenen: „Meine Meinung ist, dass Frau Clancy an jenem Tag aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht in der Lage war, ihr Verhalten den gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Es war eine Situation, in der sie einfach nur den Befehlen folgte, ohne eine eigene Entscheidung zu treffen.“
Befehlshalluzination und Einflussdelirium
Resnick erklärte, Clancy habe nicht nur eine Befehlshalluzination, sondern auch ein Einflussdelirium erlebt. Er bewertete Clancy nach den Taten und untersuchte ihre medizinischen Akten. Clancy, die mittlerweile 36 Jahre alt ist, ist nach dem Sprung aus dem zweiten Stock gelähmt und nimmt den Prozess im Rollstuhl wahr.
Laut Resnick habe Clancy an jenem Tag im Januar 2023 weder Kontrolle noch die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. „In ihrem Kopf glaubte sie, dass sie ihren Kindern einen Gefallen täte, wenn sie mit ihnen in den Himmel ginge, statt auf der Erde ohne sie zu bleiben“, sagte er.
Die Verteidigung argumentierte, dass Clancy nach der Geburt von Callan Halluzinationen und Delirien erlitt und unter psychiatrischen Problemen litt; kurz vor den Taten habe sie sich für einige Tage in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen.
Zeugenschaft zur psychischen Gesundheit
Clancys Mutter und ihre ehemalige Schwiegermutter berichteten, wie sich Clancys psychische Gesundheit nach der Geburt ihres jüngsten Sohnes verschlechterte. Susan Clancy, ihre ehemalige Schwiegermutter, beschrieb Clancy als eine „sehr fördernde, sehr liebevolle“ Mutter, die „um Hilfe flehte.“
Die Anklage betonte, dass Clancy im Januar 2023 ihre drei Kinder in ihrem Haus in Massachusetts mit Fitnessbändern erdrosselte und danach aus einem Fenster im zweiten Stock sprang. Clancy steht unter Anklage des dreifachen Mordes in erster Instanz.
Die britische National Health Service (NHS) definiert Postpartalpsychose als eine seltene, schwere psychische Erkrankung, die nach der Geburt auftreten kann; „Postpartalpsychose ist von den sogenannten ‚Baby Blues‘ völlig unterschieden“, heißt es bei der NHS. „Es handelt sich um eine schwere psychische Erkrankung, die als medizinische Notfallmaßnahme behandelt werden sollte.“
Wenn Sie unter Leiden oder Verzweiflung leiden und Unterstützung benötigen, können Sie sich an einen Gesundheitsexperten oder eine Organisation wenden, die Unterstützung anbietet; Weitere Informationen zu Hilfsangeboten in vielen Ländern finden Sie auf der Website von Befrienders Worldwide. www.befrienders.org. In Großbritannien finden Sie eine Liste von Organisationen, die helfen können, unter www.bbc.co.uk/actionline.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts