LONDON — Eine umfassende Übersicht systematischer Studien kommt zu dem Schluss, dass pädiatrische Tuina klare Vorteile für mehrere häufige Kindheitskrankheiten bietet. Forscher durchsuchten Datenbanken wie Medline, Cochrane Library und China National Knowledge Infrastructure bis September 2023. Sie konzentrierten sich auf 16 hochwertige systematische Rezensionen mit Metaanalysen — sieben in englischer, neun in chinesischer Sprache —, die 27 unterschiedliche Ergebnisse abdecken.

Zwei unabhängige Gutachter bewerteten die Arbeiten. Sie wendeten das AMSTER-2-Tool zur Methodenqualität und den GRADE-Ansatz zur Beurteilung der Evidenzstärke an. Elf Rezensionen, also 69 %, erhielten eine hohe oder mittlere Bewertung nach AMSTER-2. Bei den Ergebnissen erzielten 12 von 27 — 44 % — eine hohe oder mittlere Bewertung nach GRADE, wobei zwei als hochwertig und zehn als mittelwertig eingestuft wurden.

Die aggregierten Daten aus den Metaanalysen zeichnen ein positives Bild. Pädiatrische Tuina übertraf die Routineversorgung oder Standardinterventionen bei Schlüsselmaßstäben wie Wirksamkeitsraten, Heilungsraten und symptombezogenen Tools. Bei der Neugeborenen-Gelbsucht zeigte sich eine deutliche Verbesserung. Durchfall und Verstopfung reagierten gut bei Säuglingen und Kleinkindern. Symptome der Appetitlosigkeit ließen nach. Asthmaanfälle wurden in Häufigkeit und Schwere abgemildert. Selbst Symptome der Zerebralparese zeigten Fortschritte, insbesondere in der motorischen Funktion.

„Die aggregierte Metaanalyse zeigte, dass pädiatrische Tuina bei der Verbesserung der Symptome von Neugeborenen-Gelbsucht, Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Asthma und Zerebralparese besser abschneidet als Routineversorgung oder konventionelle Interventionen“, heißt es in dem Bericht.

Nicht alle Ergebnisse strahlten gleich hell. Die Evidenzbasis bleibt lückenhaft. Hochwertige Bewertungen galten nur einem Bruchteil der Studien und Ergebnisse. Die meisten fielen in die mittlere oder niedrigere Kategorie. Forscher forderten eine bessere Berichterstattung über Nebenwirkungen, die insgesamt spärlich waren.

Die Übersicht beinhaltete nur randomisierte klinische Studien, die pädiatrische Tuina mit Standardversorgung, Wartezeitkontrollen, Placebos oder Tuina in Kombination mit Routinebehandlungen verglichen. Die Ergebnisse umfassten körperliche Probleme wie Gelbsucht und Asthma, psychologische Faktoren, Entwicklungsmeilensteine und Sicherheitsprofile bei Säuglingen und Kindern.

Durchsuchte Datenbanken waren tiefgreifend: Excerpta Medica, Health Technology Assessment, Database of Abstracts of Reviews of Effects, Allied and Complementary Medicine, Wanfang Data, China Biology Medicine Disc und Chongqing VIP. Bei der Suche nach Evidenz wurden keine Ecken und Kanten gespart.

Lücken sind groß. Hochwertige klinische Studien fehlen für Erkrankungen wie Kurzsichtigkeit, Enuresis, angeborene Muskelverkürzung des Halses und Atemwegsinfektionen. „Hochwertige Studien, insbesondere klinische Studien zur pädiatrischen Tuina bei Kurzsichtigkeit, Enuresis, angeborener Muskelverkürzung des Halses und Atemwegsinfektionen, sind erforderlich“, schreiben die Autoren.

Pädiatrische Tuina hat ihre Wurzeln in der traditionellen chinesischen Medizin. Praktiker verwenden sanfte, gezielte Massagen bei Säuglingen und Kindern, um Verdauungsprobleme, Atemwegserkrankungen und mehr zu behandeln. Das Interesse im Westen wächst, da nach nicht-medikamentösen Optionen gesucht wird. Diese Übersicht stärkt die Aussagen über Wirksamkeit, fordert aber Vorsicht bis zu weiteren robusten Studien, die die Lücken füllen.

Gesundheitsexperten, die ergänzende Therapien beobachten, können dies zur Kenntnis nehmen. Eltern, die Alternativen zu Pillen und Verfahren suchen, können hier Trost finden — allerdings immer unter ärztlicher Aufsicht. Der vollständige Bericht erscheint in der Zeitschrift Journal of Acupuncture and Tuina Science.