Das US-Justizministerium hat den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro mit vier Anklagepunkten wegen Verschwörung und Mordes in Verbindung mit dem Absturz von zwei Flugzeugen der Exilgruppe Hermanos al Rescate 1996 belastet, wie die BBC berichtete. Der Zwischenfall. Bei dem vier Menschen ums Leben kamen, gilt als großer Streitpunkt zwischen Kuba und den USA; Todd Blanche, der stellvertretende Generalstaatsanwalt der USA, kündigte die Anklage von Miami aus an. Castro, der mittlerweile 94 Jahre alt ist, hat die Insel nicht mehr betreten, seit er vor Jahren aus dem Amt ausschied.

US-Vorwürfe und kubanische Reaktionen

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete die US-Maßnahme als „politische Manipulation“ — Er betonte, die Anklage habe keine rechtliche Grundlage und diene dazu, einen möglichen militärischen Angriff gegen Kuba zu rechtfertigen. In einer Nachricht auf X erklärte Díaz-Canel, die USA „lügen und manipulieren“ im Zusammenhang mit dem Vorfall von 1996, though Er betonte, Kuba habe damals nicht vorsätzlich gehandelt und habe internationales Recht nicht verletzt. Zudem warf er den USA vor. Den Fall nutzen zu wollen, um Spannungen zu verschärfen.

Der US-Senator und stellvertretende Außenminister Marco Rubio hat ebenfalls Stellung bezogen; Er kündigte einen neuen Ansatz gegenüber Kuba an, der humanitäre Hilfe und Unterstützung für demokratische Reformen beinhalte. In einer Video-Botschaft auf Spanisch kündigte Rubio 100 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe an, die über „vertrauenswürdige humanitäre Organisationen“ wie die katholische Kirche verteilt werden sollen. Allerdings warf er der kubanischen Regierung auch vor, die Energie- und Nahrungsmittelkrise auf der Insel durch Misswirtschaft verursacht zu haben. „Der Grund, warum Sie keine Stromversorgung, kein Benzin oder Essen haben, ist, weil die Machthaber Milliarden gestohlen haben“, sagte er, wie Spiegel berichtete.

Energiekrise und Sanktionen verschärfen sich

Die USA haben ihre wirtschaftliche Druckstrategie gegenüber Kuba durch eine Reihe von Maßnahmen verschärft, darunter Sanktionen gegen Schlüsselpersönlichkeiten und staatliche Institutionen. Am 18. Mai kündigte das US-Finanzministerium an, Vermögenswerte von 11 hochrangigen kubanischen Beamten einzufrieren, darunter Minister und Mitglieder der Revolutionsarmee — Auch das kubanische Informationsamt und die Polizei wurden als Ziele benannt. Die US-Regierung wirft der kubanischen Führung vor, Ideologie über das Wohlergehen der Bevölkerung zu stellen und ausländische Geheimdienste und terroristische Aktivitäten zu ermöglichen, wie das südkoreanische Blatt 경향신문 berichtete.

Zusätzlich zu den Sanktionen hat die US-Regierung eine faktische Öl-Embargo-Politik durchgedrückt, indem sie Länder, die Kuba mit Kraftstoff belieferten, mit Zöllen bedrohte; Dies verschärfte die Energiekrise auf der Insel, bei der angeblich acht Millionen Kubaner täglich 22 Stunden ohne Strom auskommen müssen, wie EL PAÍS meldete. Die Vereinten Nationen kritisierten ebenfalls Washingtons Politik und bezeichneten die Energieblockade als „Energiehunger“, der Menschenrechte und Entwicklungsziele verletze. Die UN-Expert*innen stellten fest, dass der Kraftstoffmangel essentielle Dienste wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Verkehr lahmlege. In Kubas Gesundheitssystem seien mehr als 96 000 Operationen aufgeschoben, wie junge Welt berichtete.

Internationale und inländische Reaktionen

Die kubanische Regierung lehnte die US-Vorwürfe und Hilfsangebote ab. Die kubanische Botschaft in Washington beschuldigte Rubio, „wiederholt und grausam zu lügen“, um Aggression gegen das kubanische Volk zu rechtfertigen, wie Spiegel meldete. Díaz-Canel verurteilte die US-Politik ebenfalls und bezeichnete sie als „Massenmord-Blockade“.

Unterdessen scheint die US-Politik Teil einer breiteren Strategie zu sein, die wirtschaftlichen Druck mit bedingtem diplomatischen Engagement verbindet. Die USA bieten ein „neues Verhältnis“ mit Kuba an, das auf freie Wahlen und politische Reformen beruhe, wie Rubio erläuterte. Die kubanische Regierung hat jedoch keine Anzeichen von Zugeständnissen gezeigt und hält trotz zunehmender Schwierigkeiten an ihrem sozialistischen Modell fest. Mit anhaltenden Sanktionen, Rechtsverfolgung gegen ehemalige Führer und der Bedrohung weiterer militärischer Eskalation bleibt die Zukunft der US-Kuba-Beziehungen unsicher.