Ein schwarzes, eng anliegendes Kleid, das Prinzessin Diana am 6. September 1994 trug, wird im Dezember 2024 versteigert. Sotheby’s schätzt den Wert auf 110.000 bis 220.000 Pfund. Das Kleid, das mittlerweile ein Kulturikon geworden ist, wurde von Christina Stambolian entworfen und am selben Abend getragen, an dem Prinz Charles seine Untreue öffentlich einräumte.
Von privater Situation zu öffentlichem Symbol
Diana trug das Kleid zu einer Spendenveranstaltung im Serpentine Gallery in London, die von Vanity Fair organisiert wurde. Laut Sotheby’s trug die Zeitung des Ereignisses sowie die Veröffentlichung der Nachricht über Charles’ Affäre dazu bei, dass das Outfit eine starke kulturelle Resonanz erhielt. „Was dieses Kleid außergewöhnlich macht, ist nicht nur, dass es von der Prinzessin getragen wurde, noch dass seine Erscheinung auf der Serpentine-Veranstaltung weltweit Schlagzeilen machte. Es ist, was es kommunizierte“, sagte Morgane Halimi, globale Leiterin Handtaschen und Mode bei Sotheby’s.
Das Kleid gilt als eines der ersten Beispiele für „Rache-Moden“, ein Konzept, bei dem Kleidung genutzt wird, um persönliche Macht oder auf öffentliche Aufmerksamkeit zu reagieren. Das Kleid hat seine eigene Wikipedia-Seite und wurde seit Jahrzehnten in Mode- und Kulturkreisen diskutiert.
Auktionsgeschichte und Erbe
Dies ist das erste Mal, dass das Kleid seit 1997 versteigert wird, als Diana es selbst für wohltätige Zwecke versteigerte; damals wurden 39.098 Pfund erzielt, was heute etwa 100.000 Pfund entspricht. Die aktuellen Eigentümer haben das Kleid seitdem in ihrer privaten Sammlung aufbewahrt.
Vor der Dezember-Auktion wird das Kleid in London ausgestellt, gefolgt von Stationen in Hongkong, Genf und New York. Das Stück zieht voraussichtlich die Aufmerksamkeit von Sammlern und Modehistorikern an. „Es hat einen einzigartigen Platz in der Modegeschichte, weil es einen dieser seltenen Momente darstellt, in dem ein Kleid die Mode übertrifft, um Teil der kulturellen Geschichte zu werden“, fügte Halimi hinzu.
Auch ein seltener, signierter Katalog des ursprünglichen Kleides wird in der Auktion enthalten sein. Ein Teil des Erlöses wird an die NHS Lothian Charity im Namen des Royal Edinburgh Hospitals gespendet, teilte Sotheby’s mit.
Ein Modemärchen
Während das „Rache-Kleid“ derzeit das Mittelpunkt der Auktion ist, wird auch ein weiteres Diabild versteigert. Ein Antragungsblusenhemd, das die Prinzessin im Februar 1981 für einen Fotoshooting mit Antony Armstrong-Jones (Lord Snowdon) trug, wird von Julien’s Auctions in Beverly Hills vom 14. bis 17. Dezember versteigert. Das Hemd, entworfen von David und Elizabeth Emanuel, später für Dianas Hochzeitskleid verantwortlich, war Teil einer Kollektion, die von der Vogue-Mode-Abteilung für sie vorbereitet wurde.
Laut Darren Julien, Präsident und CEO von Julien’s Auctions, ist das Hemd mehr als ein Modeobjekt. „Prinzessin Dianas Antragungsbluse übertrifft die Mode; es ist ein berührendes Symbol für Liebe, Grazie und einen zeitlosen Moment in der Geschichte“, sagte er. Das Hemd hat weite Ärmel, einen Satin-Ribbon, der unter dem Kragen gebunden wird, und einen einzigartigen Knopfverschluss am Hals. Es hat eine leichte rosa Seidenfutterung und trägt weder Etikett noch Größenangabe.
Obwohl die beiden Gegenstände in Zweck und Zeit unterschiedlich sind, spiegeln sie beide die nachhaltige Auswirkung von Prinzessin Dianas Stil und öffentlichem Bild wider. Das „Rache-Kleid“ fasste einen Moment persönlicher und öffentlicher Widerstandskraft zusammen, während das Antragungsblusenhemd den Beginn einer Märchenromanze markierte, die die Welt faszinierte.
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