Der indische Premierminister Narendra Modi wird diese Woche Israel besuchen, was einen bedeutenden Ausbau der Verteidigungs- und strategischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern markiert. Während seines Aufenthalts wird Modi mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu sprechen und vor dem Knesset sprechen, was einen neuen Abschnitt in den bilateralen Beziehungen signalisiert, die sich in den letzten zehn Jahren deutlich vergrößert haben.
Indien als führender Verteidigungspartner Israels
Indien ist bereits seit langem ein großer Käufer israelischer Verteidigungsgüter. Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) machten indische Käufe 34 Prozent der israelischen Waffenverkäufe zwischen 2020 und 2024 aus. In diesem Zeitraum beliefen sich die Gesamtverkäufe israelischer Waffen an Indien auf etwa 20,5 Milliarden Dollar, wie das israelische Verteidigungsministerium berichtete.
Laut Brigadegeneral (im Ruhestand) Yair Kulas, Chef der Direktion für internationale Verteidigungskooperation (SIBAT), ist Indien ein zentraler Akteur in Israels Verteidigungsexportstrategie, mit wachsendem Marktnachfrage und strategischer Bedeutung in Asien. „Indien ist ein Schlüsselland für uns, und wir haben einen deutlichen Anstieg der Verkäufe gesehen, insbesondere nach großen Verträgen wie dem Barak-Raketen-System“, sagte Kulas.
Kulas fügte hinzu, dass israelische Waffenexporte nach Indien von 300 Millionen Dollar im Jahr 2012 auf 1,1 Milliarden Dollar im Jahr 2024 gestiegen sind, mit einer erwarteten Erhöhung auf über 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2025. „Die ‚Make in India‘- und ‚Selbstversorgung‘-Programme haben diesen Wachstum angetrieben, wobei etwa 50-60 Prozent der Transaktionen jetzt lokale Produktion beinhalten“, sagte er.
Gemeinsame Entwicklung und technologische Innovation
Modis Besuch wird voraussichtlich auf den Ausbau gemeinsamer Verteidigungsprojekte abzielen, einschließlich der Entwicklung von Ballistikkampfsystemen und potenzieller Zusammenarbeit bei Lasertechnologie. Laut der Hindustan Times wird die Luftverteidigung ein zentrales Thema auf der Tagesordnung sein, was die strategische Bedeutung dieser Partnerschaft unterstreicht.
Laut Forbes India beliefen sich die gesamten Verteidigungsverträge zwischen Israel und Indien seit Beginn des Jahres 2026 bereits auf 8,6 Milliarden Dollar. Kulas erklärte, dass die offiziellen Zahlen die Ausmaße der Zusammenarbeit nicht vollständig erfassen, da sie den Wert von Produkten ausschließen, die in Indien von israelischen Unternehmen hergestellt werden.
Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die Produktion des indischen Drohnenmodells Drishti 10 Starliner durch Adani Corp., das auf dem israelischen Hermes 900 basiert. Diese Art von gemeinsamer Anstrengung zeigt die zunehmende Integration der israelischen und indischen Verteidigungsindustrien.
Herausforderungen der Nachahmung und Innovation
Trotz Israels globaler Führung in der Verteidigungstechnologie stellt das Land Herausforderungen durch Länder, die seine Systeme nachahmen, gegenüber. Ein bemerkenswertes Beispiel war die Präsentation des Drohnenmodells Dragonfly 3 durch die armenische Firma Davaro, das sich stark vom israelischen Harop-Drohnenmodell ähnelt. Armenien unterhält enge Verteidigungsbeziehungen zu Indien, das den Harop als strategisches Asset eingesetzt hat.
Kulas erklärte, dass Israel strenge Sicherheitsprotokolle implementiert hat, um Technikdiebstahl zu verhindern, einschließlich Aufsicht durch die Verteidigungsbehörde und das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Technologie (MAFAT). „Wir müssen immer einen Schritt voraus sein, um potenzielle Nachahmer zu übertreffen“, sagte er.
Die israelische Verteidigungsindustrie konzentriert sich zunehmend auf die Errichtung von Produktionsstätten in Schlüsselmärkten, einschließlich Indiens. „Lokale Herstellung ist für beide, indische und internationale Märkte, entscheidend“, betonte Kulas. „Sobald man in Indien produziert, kann man den gesamten asiatischen Raum erreichen.“
Kulas erklärte, dass die israelische Verteidigungsindustrie im Jahr 2025 einen weiteren „Glasdeckel“ durchbrechen werde, obwohl Herausforderungen wie globale Boykotte und geopolitische Spannungen bestehen. „Die Beweise aus Kriegen in Gaza, im Libanon und im Iran haben das Renommee und die Nachfrage unseres Industriesektors gesteigert“, sagte er.
Was Modis Besuch angeht, betonte Kulas die strategische Bedeutung der hochrangigen politischen Zusammenarbeit. „Wenn Premierminister direkt beteiligt sind, bietet das den notwendigen politischen Rahmen, damit die Verteidigungszusammenarbeit blühen kann“, sagte er.
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