Die Europäische Union hat einen neuen Plan vorgestellt, um den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren einzuschränken — Ziel ist es, die Sicherheit im Internet und das Wohlergehen zu verbessern. Der Entwurf sieht ein Verbot für unter 13-Jährige vor, die sozialen Medien nutzen dürfen — Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren sollen nur über einen sogenannten “Mini-Account” Zugang haben, den Eltern oder Erziehungsberechtigte einrichten müssen. Täglich wäre dann eine Stunde Nutzung erlaubt.
EU-Strategie zur Beschränkung sozialer Medien
Der vorgeschlagene Gesetzentwurf, der als EU Kids Act bezeichnet wird, sieht vor, dass soziale Medien-Unternehmen nachweisen müssen, dass ihre Plattformen “sicher by design” sind. Andernfalls drohen Strafen in Höhe von bis zu 6 Prozent des weltweiten Umsatzes. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass der Schritt Eltern wieder in die “Treibersitze” setzen werde und ihnen Werkzeuge an die Hand gebe, um Kindern einen sicheren digitalen Lebensraum zu ermöglichen.
Von der Leyen hob hervor, dass Kinder zu früh in eine Umgebung geraten könnten, in der Cybermobbing sie nach Hause verfolgt und jede Fehlhandlung dauerhaft aufgezeichnet wird. Die Beschränkungen gelten für populäre Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube, KI-Chats und Online-Spiele.
Herausforderungen und Bedenken
Obwohl die EU einen klaren Rahmen vorgibt, gibt es Fragen, wie die Gesetze umgesetzt werden sollen. Kritiker sorgen sich um den Schutz der Privatsphäre, denn Jugendliche könnten gezwungen werden, persönliche Daten während eines Altersverifikationsverfahrens preiszugeben. Die Europäische Kommission betonte, dass die Altersverifikation über eine bestehende App der EU erfolgen werde, wobei keine persönlichen Daten gesammelt oder geteilt würden.
Frankreich und Spanien haben bereits eigene Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Medien für Kinder eingeführt. Doch die neue EU-Vorschrift würde diese ersetzen. Einzelne Mitgliedstaaten könnten dennoch striktere oder mildere Regeln verabschieden. So blockierte das französische Oberste Gericht ursprünglich das Verbot sozialer Medien für unter 15-Jährige, da es als Eingriff in die Meinungsfreiheit galt. Die französischen Minister haben seither ihren Ansatz überarbeitet.
Weitere Auswirkungen und Vorgängermaßnahmen
Der vorgeschlagene EU-Gesetzentwurf baut auf früheren Entscheidungen auf. So musste Meta 2023 beispielsweise die “suchtverstärkende” Gestaltung von Facebook und Instagram ändern oder mit hohen Strafen rechnen. Die Europäische Kommission kritisierte Funktionen wie den unendlichen Scroll, automatisch abspielende Videos und personalisierte Empfehlungen, die zu zwanghaftem Nutzungsverhalten führen könnten – besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Meta bestreitet die Vorwürfe und betont, dass die Erkenntnisse nicht die Bemühungen des Unternehmens widerspiegeln, Jugendliche zu schützen. Separat erreichte Meta einen 18-Milliarden-Dollar-Sondervertrag mit US-Bundesstaaten, um Vorwürfe zu beenden, dass Facebook und Instagram Kinder schädigen würden. Dabei gab das Unternehmen aber keine Schuld zu.
Von der Leyen verwies zudem auf das Beispiel Australiens, wo ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Doch die Umsetzung erwies sich als schwierig, denn trotz Forschungsergebnissen, die zeigten, dass viele unter 16-Jährige weiterhin die Plattformen nutzen, wurden keine Strafen verhängt. Ein ähnliches Verbot für unter 16-Jährige ist in Großbritannien für den Frühling 2025 geplant.
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