Frankreich hat 1.233 Passagiere und 514 Crew-Mitglieder eines britischen Kreuzfahrtschiffs, das in der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux liegt, vorübergehend daran gehalten, an Land zu gehen, nachdem fast 50 Verdachtsfälle einer Magen-Darm-Erkrankung gemeldet wurden.

Ausbruch löst Aussteigeverbot aus

Das Schiff, die Ambition, beförderte hauptsächlich britische oder irische Staatsbürger sowie eine Person aus Frankreich — Es war zuvor von Belfast und Liverpool abgelegt worden und erreichte am Dienstagabend den südwestfranzösischen Hafen.

In einer Erklärung am Mittwoch teilte die regionale Gesundheitsbehörde mit, es gebe keinen Hinweis darauf, dass der vermutete Ausbruch einer Magen-Darm-Erkrankung mit dem Bericht über einen Hantavirus-Fall auf dem Luxusschiff MV Hondius zusammenhängt, das zwischen Argentinien und den Kanaren unterwegs war.

Die Behörden sagten, die Einschränkung des Aussteigens sei eine vorbeugende Maßnahme, während medizinische Tests durchgeführt wurden.

Betreiber setzt auf Hygienemaßnahmen

Der Kreuzfahrtschiff-Betreiber Ambassador Cruise Line teilte mit, dass auf dem Schiff sofort verstärkte Hygienemaßnahmen und Vorbeugungsmaßnahmen eingeführt wurden.

Das Unternehmen berichtete, dass 48 Passagiere und ein Crew-Mitglied am Mittwochmorgen gastrointestinale Symptome zeigten.

Ambassador sagte, ihre Daten zeigten, dass sich die Fälle nach dem Einsteigen der Passagiere in Liverpool am Samstag erhöht hätten, da alle Landgänge in Bordeaux abgesagt wurden und betroffenen Passagieren eine volle Erstattung angeboten wurde, so das Unternehmen.

„Sobald die Genehmigung erteilt wird, dürfen die Gäste an Land gehen“, teilte das Unternehmen in einer Facebook-Post mit.

Hintergrund zum Reederei-Unternehmen und dem Vorfall

Ambassador Cruise Line, ein britischer Reederei-Unternehmen, der keine Flüge anbietet und auf Passagiere über 50 Jahren abzielt, wurde 2021 von Christian Verhounig gegründet, dem ehemaligen Chef von Cruise & Maritime Voyages, das 2020 in die Insolvenz ging.

Ein 92-jähriger britischer Passagier war am Montag während eines Halt in Brest, Bretagne, Nordwestfrankreich, an einem Herzstillstand gestorben; dieser Tod habe sich laut der Präfektur Gironde nicht mit dem Magen-Darm-Ausbruch in Verbindung bringen lassen.

Magen-Darm-Erkrankungen sind auf Kreuzfahrtschiffen relativ häufig, da Viren sich schnell in geschlossenen Räumen verbreiten können.

Das US-amerikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) hat bislang vier Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen in diesem Jahr gemeldet, darunter Fälle, die mit E. coli und dem Norovirus zusammenhängen.

Magen-Darm-Entzündung, oft als Magen-Grippe bezeichnet, verursacht häufig Erbrechen und Durchfall; Obwohl hoch ansteckend, ist sie in der Regel nicht ernst, kann aber manchmal zu Komplikationen wie Dehydrierung führen.

Gesundheitsbehörden betonten, dass die Krankheit sich stark von dem Hantavirus unterscheidet, das eine viel höhere Sterblichkeitsrate aufweist, sich aber selten zwischen Menschen verbreitet und normalerweise engen Kontakt zur Übertragung benötigt.