Irland wird nicht an der Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen oder sie ausstrahlen, berichten Al Jazeera und The Irish Times, while Dies ist der zweite Jahr in Folge, in dem das Land den Wettbewerb boykottiert, da es der Teilnahme Israels entgegensteht. Spanien, Slowenien, die Niederlande und Island haben Irland in diesem Boykott beigetreten. Die Niederlande und Island planen, die Endrunde auszustrahlen, werden aber keine Acts schicken.
Alternative Programme und Proteste
Der irische Rundfunk RTÉ wird anstelle der Eurovision-Endrunde eine Folge der Sitcom Father Ted ausstrahlen. Die Folge trägt den Titel A Song For Europe und enthält eine Parodie von My Lovely Horse, berichtet The Irish Times. Sloweniens Sender ersetzt das Eurovision-Programm durch eine Dokumentationsreihe mit dem Titel Voices of Palestine. Spaniens öffentlich-rechtlicher Rundfunk RTVE hat noch keine Alternative angekündigt.
Proteste gegen die Teilnahme Israels fanden auch bei der Eurovision-Endrunde 2026 in Wien statt. Tausende Demonstranten versammelten sich vor dem Veranstaltungsort, berichtet Al Jazeera. Der Wettbewerb, den Bulgarien gewann, erreichte 132 Millionen Zuschauer – 34 Millionen weniger als im Jahr 2025.
Verdacht auf Doppelmoral und Stimmabgaben
Irland und Spanien haben Bedenken hinsichtlich des Stimmabgabeverfahrens der European Broadcasting Union (EBU) und deren angeblicher Doppelmoral geäußert. RTÉ forderte nach The Irish Times von der EBU eine Aufschlüsselung der Stimmabgaben, nachdem der israelische Sänger Yuval Raphael 2025 die meisten Zuschauerstimmen erhielt, aber nach Juryabstimmungen nur Zweiter wurde. Spaniens RTVE forderte eine „komplette Überprüfung“ des Stimmabgabeverfahrens, um „äußere Einflüsse“ zu verhindern.
Russland wurde 2022 nach seiner Invasion der Ukraine aus der Eurovision ausgeschlossen. Israel hingegen nimmt weiterhin am Wettbewerb teil, obwohl der Gaza-Konflikt andauert. Nach Angaben des von Hamas regierten Gesundheitsministeriums wurden seit dem 7. Oktober 2023, als Hamas Israel angriff, 72.300 Palästinenser getötet, berichtet The Irish Times. Die EBU, die den Wettbewerb organisiert, wird vorgeworfen, gegenüber Israel eine andere Haltung einzunehmen als gegenüber Russland.
Weitere Auswirkungen und zukünftige Entscheidungen
Spaniens Entscheidung, die Eurovision zu boykottieren, ist besonders bedeutend, da das Land zu den „big five“ zählt, den fünf größten Finanzsponsoren der EBU, die automatisch einen Platz in der Endrunde erhalten. RTVE bezeichnete den Wettbewerb als „Plattform für Spaltung“ aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage. José Pablo López, Präsident von RTVE, forderte, dass die EBU die politischen Implikationen des Wettbewerbs und den Schaden für dessen Reputation anerkennen müsse, berichtet NME.
Die EBU wird sich im Dezember mit der Angelegenheit befassen, doch López forderte eine frühere Entscheidung, da die Eurovision 2026 ihr 70-jähriges Jubiläum feiert. Der niederländische Rundfunk AVROTROS kündigte an, auch den Wettbewerb im nächsten Jahr in Bulgarien zu boykottieren, da Eurovision nach The Bozeman Daily Chronicle nicht länger „neutral“ sei, bedingt durch die Teilnahme Israels.
Der Wettbewerb 2027 wird im Mai in Burgas, Bulgarien, stattfinden. Die Entscheidung, Israel auszuschließen oder einzubeziehen, wird weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft des Wettbewerbs haben, insbesondere, da immer mehr Länder eine Überprüfung der EBU-Richtlinien im Licht globaler Konflikte und politischer Spannungen fordern.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts