Huduma Kenya, die nationale digitale Dienstplattform, hat Bedenken wegen einer wachsenden Tendenz geäußert, bei der viele Kenyaner ihre Nationalen Identitätskarten nicht abholen, nachdem sie ausgestellt wurden. Bis zum 18. März blieben über 462.500 Ausweiskarten in Huduma-Zentren und Registrierungsbüros im ganzen Land unentgegengenommen, was einen erheblichen Rückstau verursacht und das System belastet.

Auswirkungen auf die Registrierung und Wählerliste

Die Situation ist besonders problematisch, da das Unabhängige Elektorat und Grenzkommissionsamt (IEBC) sich auf eine 30-tägige nationale Wählerregistrierungskampagne vorbereitet, die Ende März starten soll. Das IEBC möchte 2,5 Millionen neue Wähler registrieren, ein Ziel, das immer schwieriger wird, da hunderttausende Kenyaner bereits verarbeitete Ausweiskarten noch immer abholen müssen.

Laut dem Nationalen Registrierungsamt (NRB) sind ein großer Teil der unentgegengenommenen Karten Duplikate. Viele Menschen beantragen IDs an verschiedenen Orten, weil sie glauben, ihre ursprünglichen Dokumente verloren zu haben, während sie in Wirklichkeit nie abgeholt wurden. Dies verursacht Frustration bei den Beamten, die sagen, dass dieser Trend Ressourcen verschwendet und andere Dienstleistungen verzögert.

Nairobi, die Hauptstadt, hat die höchste Anzahl an unentgegengenommenen Karten, mit 71.060 IDs, die noch abgeholt werden müssen. Kiambu folgt mit 40.141, und Nakuru mit 28.229. Andere Bezirke mit erheblichen Rückständen sind Meru (24.893), Mombasa (23.000) und Busia (20.330).

Kostenlose Ausweiskarten und gestiegene Nachfrage

Der Anstieg der unentgegengenommenen IDs ist teilweise auf eine staatliche Politik zurückzuführen, die im Mai 2025 eingeführt wurde, die Gebühren für neue Anträge und Erneuerungen, insbesondere in Grenzbezirken, zu entfallen ließ. Seit dieser Politik in Kraft getreten ist, haben mindestens 1,7 Millionen Kenyaner sich für neue Ausweiskarten registriert, und die Zahlen werden voraussichtlich weiter steigen, da der gesamte Prozess nun kostenlos ist.

Zusätzlich hat die Regierung im Mai 2025 eine Vorgabe aufgehoben, die zuvor 15 Grenzbezirken verbot, sich zu registrieren, bis sie eine Nationalausweiskarte erhalten hatten. Diese Änderung ermöglichte Zugang für Tausende Wähler, und mobile Registrierungszentren wurden in fünf dieser Bezirke – West Pokot, Turkana, Elgeyo Marakwet, Narok und Baringo – eingerichtet. Innerhalb von zehn Monaten wurden in diesen Gebieten über 100.000 IDs verarbeitet, doch die meisten wurden noch nicht abgeholt.

Das NRB hat hervorgehoben, dass die kostenlose Ausweiskartenregistrierungspolitik zu einem Anstieg der Anträge geführt hat, aber ohne einen entsprechenden Anstieg der Abholraten ist das System überlastet. Beamte warnen, dass der wachsende Rückstau den Wählerregistrierungsprozess verzögern könnte und möglicherweise die Glaubwürdigkeit der bevorstehenden Wahlen beeinträchtigen könnte.

Bemühungen, den Rückstau zu beheben

Trotz der Herausforderungen arbeiten die Regierung und Huduma Kenya daran, das Problem zu lösen. Beamte haben Kenyaner gebeten, die Zentren zu besuchen, an denen sie ursprünglich einen Antrag gestellt haben, um ihre ID-Karten abzuholen. Sie haben auch Aufklärungskampagnen gestartet, um die Bürger zu informieren, wie wichtig es ist, ihre Dokumente abzuholen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden.

Inzwischen haben Gen-Zs unter der Kampagne #NikoKadi in sozialen Medien mitgemacht, die viral gegangen ist und Tausende junge Kenyaner mobilisiert, an der Wählerregistrierung teilzunehmen. Beamte bemerken jedoch, dass relativ wenige von ihnen sich physisch gezeigt haben, um den Ausweisantrag abzuschließen.

Experten warnen, dass der aktuelle Rückstau die Wirksamkeit der Wählerregistrierungskampagne beeinträchtigen könnte. Mit der 30-tägigen Kampagne des IEBC, die bald beginnen soll, besteht eine dringende Notwendigkeit, dass Kenyaner ihre Ausweiskarten abholen, um einen reibungslosen Registrierungsprozess sicherzustellen.

Laut Beamten des NRB ist der Rückstau nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch ein systemisches. Sie betonen, dass ohne eine koordinierte Bemühung sowohl von der Regierung als auch von der Öffentlichkeit die Situation sich verschlimmern könnte, da die Anzahl der unentgegengenommenen Ausweiskarten weiter ansteigt.

Da das Land sich auf einen wichtigen Wahlenprozess vorbereitet, ist das Problem der unentgegengenommenen Ausweiskarten zu einem kritischen Thema geworden. Der Erfolg der Wählerregistrierungskampagne hängt stark davon ab, wie schnell Kenyaner den Rückstau beheben und sicherstellen, dass sie ihre Dokumente in Händen haben.