Israel startete Luftangriffe im südlichen Libanon nach der ersten Evakuierungsanweisung in den letzten Wochen. Dabei starb die Journalistin Amal Khalil, was die regionalen Spannungen verschärfte. Die libanesische Regierung verurteilte den Angriff als Verbrechen unter dem Völkerrecht, wie L’Orient Today und 경향신문 berichteten.
Libanon verurteilt israelischen Angriff, ruft nach ICC-Beitritt
Der libanesische Minister für Information, Paul Morcos, bezeichnete den Angriff, bei dem die Journalistin Amal Khalil ums Leben kam, als „Verbrechen“ und eine „offensichtliche Verletzung des humanitären Völkerrechts“. Er schrieb auf X: „Mit tiefer Trauer trauern wir Journalistin Amal Khalil, die von der israelischen Armee während der Ausübung ihrer beruflichen Pflicht, die Wahrheit in Tiri im südlichen Libanon zu vermitteln, ins Visier genommen wurde.“ Morcos betonte, dass Libanon seit Wochen fordert, dem Rom-Statut beizutreten und die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) anzuerkennen, wie L’Orient Today berichtete.
Libanon und Israel sind keine Vertragsstaaten des ICC, der 2002 durch das Rom-Statut gegründet wurde. Das bedeutet, dass der ICC-Verteidiger ohne Zustimmung Libanons keine Ermittlungen aufnehmen kann. Dennoch kann die libanesische Regierung eine Kommission einrichten, um schwerwiegende Verstöße festzustellen, wie dies während des Krieges 2024 geschehen war, wie L’Orient Today berichtet. „Jede Verzögerung dieser Entscheidung entspricht der Vertiefung von Impunität“, fügte Morcos hinzu.
Israel erweitert Luftangriffe, Spannungen steigen
Israel führte erstmals seit dem Waffenstillstand mit dem Libanon Luftangriffe auf Beirut durch und startete zudem Angriffe im Gaza-Streifen, wie 경향신문 berichtete. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu teilte auf X mit, dass Israel den Kommandanten der Elitetruppe Radwan der Hisbollah getötet habe. „Kein Terrorist kann davon ausgenommen sein, und der lange Arm Israels wird jeden Feind und Mörder ergreifen“, sagte Netanyahu.
Der israelische Verteidigungsminister, Eyal Zamir, erklärte, dass es „keine Einschränkungen im Einsatz von Gewalt“ gebe und die Armee sich nicht zurückziehen werde, bis die Sicherheit der Einwohner im nördlichen Israel gesichert und eine langfristige Lösung gefunden sei. Die Luftangriffe haben Bedenken ausgelöst, dass Israels Handlungen die laufenden Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und Iran gefährden könnten, die angeblich in die letzte Phase eingetreten seien, wie 경향신문 berichtet.
Regionale und internationale Reaktionen
Al Jazeera berichtete, dass mindestens 13 Menschen bei den israelischen Luftangriffen im Libanon und im Gaza-Streifen getötet wurden, obwohl die genaue Zahl unklar bleibt. Die Journalistin Amal Khalil war unter den Opfern. Ihr Tod löste internationale Verurteilungen aus, mit Forderungen nach Verantwortung und juristischen Maßnahmen durch Libanon.
Libanesische Behörden wiederholten die Forderung, dem Rom-Statut beizutreten, was dem ICC ermöglichen würde, angebliche Verbrechen seit 2002 zu untersuchen. Die libanesische Regierung hatte zuvor während des Krieges 2024 eine Kommission eingerichtet, um schwerwiegende Verstöße zu dokumentieren, doch der Mangel an internationalen Rechtsmechanismen behinderte die Verantwortungsfrage, wie L’Orient Today berichtete.
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