Amal Khalil, Journalistin der libanesischen Zeitung Al Akhbar, wurde bei einem israelischen Angriff in der südlibanesischen Stadt Tayri getötet, wie die staatliche Nachrichtenagentur Libanons (NNA) meldete. Sie ist die vierte Medienkraft, die seit März durch israelische Angriffe in Libanon getötet wurde. Eine weitere getötete Journalistin war Zeinab Faraj, freiberufliche Fotografin. Al Akhbar ist eine linke, pro-Hezbollah-Zeitung.
Journalisten in mehreren Regionen getötet
In der Golanhöhe traf ein israelischer Luftangriff ein Zelt für Journalisten außerhalb des Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt. Der Angriff tötete den Al Jazeera-Journalisten Anas al-Scharif (28) und drei weitere Mitglieder seines Teams – Mohammed Kreikeh, Ibrahim Saher und Mohammed Nufal. Zudem wurden zwei freie Journalisten im selben Angriff getötet. Die israelische Armee gab an, al-Scharif sei Anführer einer Hamas-Terrorzelle gewesen, die für Raketenangriffe auf israelische Zivilisten verantwortlich sei, wie Geheimdienstberichte berichteten. Al Jazeera betonte, Israel habe keine verifizierten Beweise für diese Behauptung vorgelegt.
An demselben Tag griff die israelische Armee auch das Nasser-Krankenhaus in der südlichen Golanhöhe an und tötete fünf Journalisten, darunter Mariam Dagga (33), freiberufliche Journalistin für die Associated Press und The Independent. Sie hatte sich intensiv im Krankenhaus um die Situation hungernder Kinder gekümmert. Das Krankenhaus ist mittlerweile die einzige funktionierende medizinische Einrichtung im südlichen Gaza. Israel gab an, ihr Ziel sei ein von Hamas betriebenes Überwachungskamera auf dem Gelände gewesen.
Am 10. September töteten israelische Angriffe auf Sanaa und die nordjemenitische Provinz al-Jawf mindestens 13 Journalisten, wie der Jemen-Journalisten-Syndikat (YJS) berichtete. Der Angriff traf die Räume der Zeitung 26. September, eine offizielle Medienstelle der Houthi. Zu den Getöteten gehörten Abdulaziz Al-Sheikh, Abbas Al-Dailami und weitere. Die israelischen Streitkräfte bestätigten, sie hätten militärische Einrichtungen der Houthi-Bewegung, einschließlich einer Presseabteilung und Kraftstofflager, angegriffen. Das Houthi-Gesundheitsministerium meldete 35 Tote und 131 Verletzte.
Libanesischer Premier verurteilt Angriffe als Kriegsverbrechen
Der libanesische Premierminister Nawaf Salam beschuldigte Israel nach dem Angriff in Tayri, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Er erklärte, das Ziel auf Journalisten und das Behinderung von Rettungsversuchen „stellen Kriegsverbrechen dar“. Salam betonte, die Angriffe seien „keine Einzelfälle“ mehr, sondern „eine etablierte Methode“. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtete, Israel habe Khalil verfolgt, indem es das Haus angegriffen habe, in dem sie Schutz suchte.
Laut NNA blockierten israelische Streitkräfte zudem Rettungskräfte daran, das Tayri-Gebiet zu erreichen. Rote-Kreuz-Mitarbeiter brachten Faraj unter „feindlichem Feuer“ in ein Krankenhaus. Mehrere andere wurden im Angriff auf Tayri getötet. Die israelische Armee bestätigte, zwei Journalisten seien im Angriff verletzt worden, leugnete jedoch, sie als Ziel gehabt zu haben. Sie erklärte, sie handle so, dass sie Schaden minimiere, „gleichzeitig aber die Sicherheit und den Schutz ihrer Truppen gewährleiste“. Sie sagte, Details zu dem Vorfall seien Gegenstand der Prüfung.
Internationale Kritik und Forderung nach Untersuchung
Internationale Medienbeobachter und Gewerkschaften verurteilten die Angriffe. Sara Qudah, Regionalleiterin des Committee to Protect Journalists (CPJ), erklärte: „Journalisten sind Zivilisten und dürfen niemals angegriffen werden.“ Sie kritisierte Israel dafür, dass es wiederholt Gaza-basierte Journalisten als Terroristen bezeichnete, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen.
Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) bezeichnete den Angriff im Jemen als „entsetzliches Massaker“. Generalsekretär Anthony Bellanger erklärte: „Das Ziel auf Journalisten ist eine schwere Verletzung des Völkerrechts.“ Die IFJ forderte eine „sofortige, schnelle und wirklich unabhängige Untersuchung“ des Vorfalls.
In Libanon berichtete TV Azteca, dass Khalil und Faraj die Situation an der Grenze zwischen Libanon und Israel dokumentierten, als sie getroffen wurden. Lokale Medien sagten, wiederholt erfolgte israelische Angriffe auf das Gebiet und auf Rettungsteams hätten Rettungsversuche verzögert.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts