Der Demokratische Kongo hat sein Vorbereitungscamp für die Fußball-Weltmeisterschaft in der Hauptstadt Kinshasa abgesagt. Grund ist eine Ebola-Ausbreitung im Osten des Landes. Die Vorbereitungen wurden nach Belgien verlegt, wo die Ausbruchszahlen bereits über 130 Todesfälle verzeichnet haben.
WHO erklärt Gesundheitsnotstand
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Ausbreitung als „Gesundheitsnotstand internationaler Bedeutung“ bezeichnet, betonte aber, dass es sich nicht um eine Pandemie handele. Jerry Kalemo, Sprecher der nationalen Mannschaft, erklärte internationalen Medien, dass Freundschaftsspiele in Europa wie geplant stattfinden würden, da sich das Team auf seine erste Teilnahme an der WM seit 1974 vorbereitet.
Der Demokratische Kongo ist am 3. Juni in Belgien gegen Dänemark und am 9. Juni in Spanien gegen Chile an Freundschaftsspielen beteiligt. Der erste WM-Spiel in den USA ist für den 17. Juni in Houston gegen Portugal geplant.
Reisebeschränkungen beeinträchtigen Trainingslager
Ein Sprecher der Mannschaft teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass das Trainingslager aufgrund von Reisebeschränkungen abgesagt wurde, die die USA, die gemeinsam mit Mexiko und Kanada die WM in diesem Sommer ausrichten, verhängt haben. Die US-Gesundheitsbehörde hat Einreiseverbote für Nicht-US-Bürgern verhängt, die in den vergangenen 21 Tagen im Kongo, Uganda oder Sudan waren, um auf den Ebola-Ausbruch zu reagieren.
Alle Spieler des Demokratischen Kongo sowie der französische Trainer Sébastien Desabre befinden sich außenhalb des zentralafrikanischen Landes und werden daher nicht von den Beschränkungen betroffen sein, nachdem das Trainingslager abgesagt wurde. Einige Teammitarbeiter aus dem Kongo verließen das Land am Mittwoch, wie Kalemo der Associated Press erklärte, bevor der 21-Tage-Frist abläuft.
Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken verlegt
Die Veranstaltung in Kinshasa sollte laut Reuters von Fans besucht werden, darunter auch der Präsident des Demokratischen Kongo, Félix Tshisekedi. Kinshasa liegt etwa 1800 Kilometer (1120 Meilen) vom ostkongoleseischen Ituri-Departement entfernt, dem Epizentrum des Ebola-Ausbruchs. In der Stadt wurden bislang keine Fälle gemeldet.
Am Mittwoch gab die WHO bekannt, dass 139 Todesfälle aus 600 vermuteten Fällen gemeldet wurden. Der kongolese Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba erklärte jedoch in einem Interview mit der staatlichen Fernsehsender RTNC TV, dass die Behörden 159 Todesfälle registriert hätten.
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