Lionsgates Film „Michael“. Der 2026 erschienene Biopic über den Pop-Star Michael Jackson startete mit beeindruckenden 95 Mio. Dollar in Nordamerika und 206,4 Mio. Dollar weltweit. Dem besten Start eines Live-Action-Films im Jahr, meldet Deadline — Damit übertrifft der Film andere Biopics wie „Straight Outta Compton“ (60,2 Mio; Dollar) und markiert den größten Start für Regisseur Antoine Fuqua und Produzent Graham King. Der Film ist bereits ein Kassenschlager. Und Lionsgate erwägt eine Fortsetzung, falls der ungekürzte Schnitt drei Stunden überschreitet.

Umstrittene Auslassungen

Trotz seines finanziellen Erfolgs hat der Film scharfe Kritik geerntet, weil er Jacksons umstrittenste Phasen auslässt, darunter die Vorwürfe von Kindesmissbrauch 2005 und seinen Tod 2009. Nach Angaben von 20Minutos und Musikexpress konzentriert sich der Film nur auf die Zeit von Jacksons frühen Jahren als Kindestar in The Jackson 5 bis zum Erfolg seines Albums „Bad“ im Jahr 1987. Der Film vermeidet den Vorfall von 1993 auf Neverland Ranch, der den Beginn seines öffentlichen Abstiegs markierte, aufgrund rechtlicher Klauseln in einer Einigung mit der Familie des Anklägers aus dem Jahr 1994.

Der deutsche Sender NDR.de hebt hervor, dass der Film zwar Jacksons frühes Leben und die Druckbelastung durch den strengen Vater schildert, aber die rechtlichen und ethischen Kontroversen vermeidet, die einen Großteil seines späteren Lebens prägten. Der Fokus auf Jacksons musikalisches Talent und seine Beziehung zu seinem Vater wird von einigen als verklärte Version seines Lebens gesehen.

Produktionsprobleme und Kosten

Die Produktion des Films war nicht ohne Herausforderungen – laut Mix Vale überschritt der ursprüngliche Schnitt drei Stunden, was zu umfangreichen Neuaufnahmen und zusätzlichen Kosten von etwa 7,5 Mio. Dollar führte. Diese Neuaufnahmen waren notwendig, um die Geschichte zu verkürzen und den Anforderungen des kommerziellen Kinos gerecht zu werden. Der Filmschauspieler Jaafar Jackson, Michaels Neffe, trainierte intensiv über mehrere Monate, um seine berühmte Verwandtschaft zu verkörpern, studierte jeden Tanzschritt, jede stimmliche Nuance und jede Bühnenpräsenz.

Trotz der hohen Produktionswerte und des Kassenerfolgs erhielt der Film gemischte Reaktionen. Auf Rotten Tomatoes hat er nur eine Bewertung von 35 Prozent, und Kritiker bezeichnen ihn als „feel-good Tribute“ und „Hagiografie“, die Jacksons Image verklärt, berichtet Musikexpress. Die Auslassung der Kontroversen führte zu Vorwürfen, dass der Film mehr ein Werbemittel für die Jackson-Erbengemeinschaft sei als ein ausgewogener Biopic.

Ein Kassenschlager mit gemischten Reaktionen

Obwohl „Michael“ der teuerste und umstrittenste Biopic aller Zeiten ist, hat er gleichzeitig eine neue Maßstäbe für Kassenerfolg im Genre gesetzt, so 20Minutos. Der Filmstart war der beste für Lionsgate seit 2015 und weit über dem Niveau der Post-Pandemie-Ergebnisse des Studios. Die umstrittenen Erzählungswahlen haben jedoch eine Debatte über die Darstellung von Pop-Ikonen in der Öffentlichkeit ausgelöst, insbesondere wenn rechtliche und ethische Fragen ungeklärt bleiben.