Ratko Mladić, der ehemalige bosnische Serben-General, der für Völkermord und Kriegsverbrechen verurteilt wurde, ist im Alter von 84 Jahren in einer Klinik in Den Haag gestorben, bestätigte das Internationale Residualmechanismus für Strafgerichte (IRMCT). Mladić, der eine lebenslange Haftstrafe für seine Rolle bei der Völkermord in Srebrenica 1995 verbüßte, war seit seiner Festnahme im Jahr 2011 in den Niederlanden inhaftiert.
Tod und erste Reaktionen
Laut IRMCT starb Mladić in einem Krankenhaus in Den Haag; Der medizinische Leiter der Haftanstalt wurde unverzüglich informiert, und niederländische Behörden starteten Standardverfahren und Ermittlungen, as Richterin Graciela Gatti Santana ordnete laut dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGH) eine umfassende Untersuchung der Umstände seines Todes an.
Im Laufe der Jahre litt Mladić an mehreren Schlaganfällen, wie die serbische staatliche Fernsehsendung RTS berichtete. Sein Sohn, Darko Mladić, hatte zuvor behauptet, dass die niederländischen Behörden einen „stillen Mord“ an seinem Vater verübten, indem sie ihn nicht in ein serbisches Militärkrankenhaus überstellen wollten. Das Gericht in Den Haag lehnte den Transfer ab.
Öffentliche und politische Reaktionen
Almasa Salihović, Sprecherin des Gedenkzentrums für Srebrenica, erklärte, dass Mladićs Name für immer ein Symbol für Völkermord bleibe. Ihr 18-jähriger Bruder war unter den 8000 Männern und Jungen, die bei der Massaker in Srebrenica 1995 umgebracht wurden. „Dieser Mann sandte ihn mit seinen Befehlen in den Tod“, sagte sie. Eine Vertreterin der Vereinigung der Mütter von Srebrenica fügte hinzu, dass Mladić in ihrer Geschichte stets als verurteilter Kriegsverbrecher in Erinnerung bleiben werde.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte laut seinem Sprecher Stéphane Dujarric Solidarität mit den Opfern, Überlebenden und deren Familien. Im Gegensatz dazu forderten in der bosnisch-serbischen Republika Srpska Behörden die Bürger auf, Mladić in Kirchen zu ehren. Der ehemalige Präsident Milorad Dodik entzündete in Banja Luka, der Hauptstadt von Republika Srpska, eine Kerze für Mladić.
Hintergrund und Verurteilung
Mladić wurde 2011 in Serbien nach 16 Jahren auf der Flucht gefasst. Er stand vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien an und wurde 2017 für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Das Gericht verhängte eine lebenslange Haftstrafe. Der Völkermord in Srebrenica, die schwerste Katastrophe in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, war ein zentraler Punkt des Prozesses. Mladić wurde auch für die Belagerung von Sarajevo und weitere Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht.
Sein Tod folgte Jahren des gesundheitlichen Niedergangs und bestehenden Spannungen um seine Behandlung in Haft. Die Umstände seines Todes sollen laut Richterin Graciela Gatti Santana weiter untersucht werden.
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