NASA hat die Crew für die Artemis III-Mission bekanntgegeben, einen entscheidenden Schritt in ihrem Mondprogramm. Die Mission testet Anflug- und Andockverfahren mit Mondlandern von SpaceX und Blue Origin. Ursprünglich war ein Aufenthalt auf dem Mond geplant. Wegen Verzögerungen beim Starship-Raketenentwicklungsprojekt wurde die Mission auf 2028 verschoben. NASA-Administrator Jared Isaacman nannte die Crew eine ‘verbindende Brücke’ zwischen Artemis II und Artemis IV.

Artemis III-Crew-Mitglieder

Die Crew besteht aus Kommandant Randy “Komrade” Bresnik, ehemaliger Marine-Jagdbomberpilot und Absolvent von TOPGUN, der 149 Tage im All verbrachte; Luca Parmitano, erster italienischer Kommandant der Internationalen Raumstation (ISS) und ESA-Astronaut; sowie den Missionsspezialisten Frank Rubio und Andre Douglas. Bob Hines ist der Ersatzmann.

Bresnik, 58, war 2009 mit der Space Shuttle-Mission unterwegs und 2017 für einen langfristigen Aufenthalt an der ISS. Parmitano, 49, verbrachte über 300 Tage im All. Rubio, 49, hält mit 371 Tagen an der ISS den US-Rekord für die längste Einzelastronautenmission (2022–23). Douglas, 40, absolviert seinen ersten Weltraumflug und war zuvor Ersatzmann bei Artemis II.

Verzögerungen und technische Herausforderungen

Die Artemis III-Mission wurde von einem Mondlandungsflug auf einen Erdumlauf-Test verschoben. Grund sind Verzögerungen bei der Entwicklung der Starship-Rakete von SpaceX. Der Bericht des Government Accountability Office vom März 2026 stellte fest, dass SpaceX nur “begrenzten Fortschritt” bei der Reife der Technologien für Treibstoffauftankung im Orbit und Kryopropellantlagerung erzielt hat. Starship benötigt eine Auftankung im Erdorbit, bevor sie den Mond erreichen kann. Dieser Prozess beinhaltet mehrere Tankerstarts, die bislang nicht getestet wurden.

Die NASA-Mission hat zudem mit Problemen bei ihrem Partner Blue Origin zu kämpfen. Der New Glenn-Rakete explodierte im vergangenen Monat während eines routinemäßigen Triebwerkstests. Die Explosion beschädigte den Startplatz und könnte die Operationen um Monate verzögern. Im Gegensatz zu SpaceX, das nach einer Explosion 2016 Ersatzstartplätze hatte, besitzt Blue Origin keine.

Internationale und akademische Beiträge

Argentiniens Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) trägt mit einem CubeSat namens Athena zur Artemis-Mission bei. Der Satellit wird mit der NASA Space Launch System (SLS)-Rakete starten und neue Technologien testen, darunter Strahlungsmessung, Silizium-Multiplexer-Röhren, GPS-Datenerfassung und Langstreckenkommunikation. Diese Mission ist das erste Mal seit der Apollo 17-Mission 1972, dass Astronauten den Mond umkreisen.

Gabriel Sanca, Forscher an der UNSAM, nannte die Mission einen Meilenstein für Argentinien. Er hob hervor, dass das Land beweise, wie es an internationalen Raumfahrtmissionen teilnehmen kann und mit anderen nationalen Universitäten unter der Leitung von CONAE, Argentiniens Raumfahrtbehörde, zusammenarbeiten kann.

Artemis I, der unbesetzte Testflug 2022, zeigte die Fähigkeiten der SLS-Rakete und der Orion-Kapsel, indem sie den Mond für 25 Tage umkreiste und anschließend zur Erde zurückkehrte. Das Artemis-Programm steht weiterhin unter Herausforderungen, bleibt aber ein zentraler Bestandteil der langfristigen Pläne der NASA für Mondexploration und zukünftige bemannte Missionen zum Mars.