Nathan Fielder und Lance Oppenheims Dokumentation über Elizabeth Holmes, betitelt You Can See Everything, hatte am Sonntag ihre Weltpremiere auf dem Telluride Film Festival. Die Überraschungsshow zog die längsten Schlangen des Festivals und die Zuschauer wurden gebeten, ihre Handys zu Hause zu lassen. Der offizielle Logline von A24 beschreibt den Film als Begleitfilm zu den 34 Tagen vor ihrem Gefängnisaufenthalt, als sie eine Filmcrew bat, ihre Bewegungen zu dokumentieren.

Dokumentarfilm und Teaser

Der Teaser, der am Sonntagabend veröffentlicht wurde, zeigt Holmes, die beteuert, dass sie ehrlich sei und nichts zu verbergen habe. Sie sagt: „Ich bin nicht diese Person. Das verspreche ich euch. Ich habe nichts, um euch zu täuschen; natürlich täusche ich euch nicht. Ich kommuniziere mit euch als Mensch, hm. Warum sollte ich euch täuschen? Es gibt keinen Grund dafür. … Ich bin immer ehrlich.“ Der Teaser zeigt auch Fielder in einem intensiven Augenkontakt mit Holmes. Laut TMZ löste das Gespräch auf Social Media eine heftige Diskussion aus, mit Zuschauern, die das Zusammenspiel als äußerst unangenehm bezeichneten und scherzten, dass Fields Gesichtsausdruck eine eigene Auszeichnung verdient hätte.

Filmproduktion und Hintergrund von Holmes

Der Dokumentarfilm begann 34 Tage vor dem geplanten Gefängniseintritt von Holmes im Jahr 2023, entwickelte sich aber zu einer dreijährigen Filmproduktion. Fielder und Oppenheim sagten, sie hätten Schwierigkeiten gehabt, zu verstehen, was sie beobachteten, während sie Holmes und ihren Ehemann Billy Evans filmten. Fielder teilte dem Telluride-Publikum mit, dass er immer noch nicht sicher sei, was er aus der Erfahrung macht und hoffe, dass die Zuschauer ihm dabei helfen würden, sie zu interpretieren.

Holmes wurde 2018 wegen Betrugs verurteilt, weil sie mit ihrem Unternehmen Theranos behauptet hatte, es könne verschiedene Krankheiten mit nur einer kleinen Blutprobe diagnostizieren. 2015 wurde sie als jüngste und reichste selbst erarbeitete Milliardärin der USA gefeiert, wurde aber später wegen Investorenbetrugs verurteilt, da ihre Technologie nicht das leisten konnte, was sie versprach. Sie wurde zu knapp elf Jahren Haft verurteilt, wo sie sich derzeit befindet. Laut TMZ wurde ihre Strafe seither reduziert.

Veröffentlichung und Öffentlichkeitswirkung

Der Film soll im Oktober veröffentlicht werden. Die Geschichte von Holmes wurde zuvor in der Hulu-Serie The Dropout mit Amanda Seyfried verfilmt. Fielders Projekt wirkt jedoch deutlich ungewöhnlicher und persönlicher. Der erste Teaser löste auf dem Internet eine heftige Diskussion aus, wobei viele auf das ungewöhnliche Zusammenspiel zwischen Fielder und Holmes hinwiesen. Der Dokumentarfilm wird als eine dreijährige, denkprovozierende Reise ins Abseits beschrieben.