Die Rettungskräfte in Nepal intensivieren ihre Bemühungen, um hunderte Arbeiter zu erreichen, die in Tunneln eingeschlossen sein könnten. Dies passiert neun Tage nach katastrophalen Blitzfluten in der Region an der Grenze zu Tibet in China. Die Fluten sollen durch einen Gletscherabsturz ausgelöst worden sein.
Zwei Überlebende und eine Leiche geborgen
Die Hoffnungen stiegen, nachdem zwei Personen am Freitag lebend aus einem Tunnel geborgen wurden. Gleichzeitig wurde auch die Leiche einer dritten Person in einem der Tunnel gefunden, die zur Stromversorgung genutzt wird. Die gewaltigen Blitzfluten rasten am vergangenen Mittwoch durch einen Himalaya-Tal, wodurch ganze Dörfer zerstört wurden.
In Nepal und Tibet gibt es mittlerweile 1.311 bestätigte Tote und 5.330 Vermisste. Unter den Vermissten sollen hunderte ausländische Staatsbürger aus mindestens 34 Ländern sein. In Nepal laufen Rettungsarbeiten in sieben Wasserkrafttunneln, in denen über 150 Menschen eingeschlossen sein könnten, sowie in 19 weiteren Gebieten.
Rettungsbemühungen im Gange
Am frühen Freitagmorgen hörten die Rettungskräfte vermeintliche Stimmen am Standort Trishuli 3A. Laut lokalen Berichten riefen sie „macht euch keine Sorgen, wir retten euch“, und hörten eine leise Antwort „okay“.
Die Crews kletterten hinein und fanden Sanjaya Shah und Kabir Maharjan. Beide hatten Verletzungen an Händen und Beinen, möglicherweise durch das Kriechen durch den Tunnel verursacht. Beide wurden mit Hubschraubern ins Armeehospital in Kathmandu geflogen. Maharjan, der später gerettet wurde, befindet sich laut der Regierung in kritischem Zustand. Shah unterzog sich ebenfalls medizinischen Tests.
Später wurde die Leiche einer dritten Person im gleichen Tunnel gefunden. Ein lokaler Beamter sagte, dass sie angeschwollen sei und nicht sofort identifiziert werden konnte. Die Behörden glauben, dass noch 39 Personen im Tunnel Trishuli 3A sein könnten, obwohl unklar ist, ob alle am Leben sind.
Major Jhabindra Reshmi teilte mit, dass seine Teams über 400 nepalesische Staatsbürger und 270 ausländische Bürger nach der Blitzflut am 26. August gerettet hätten. Er sagte, dass Schlamm und Felsen den Zugang zu den Tunneln erschwert hätten, weshalb die Rettungskräfte Bohrungen anlegen müssten, um unter die Erde zu gelangen.
Herausforderungen bei der Rettung
Techniker pumpen Luft in die Tunnel. Ein Sprecher der nepalesischen Energieunternehmen sagte, dass die Flutwasser letzte Woche eine Menge schwerer Maschinen weggerissen hätten, was es den Rettungskräften erschwere, die Tunnel freizuräumen. Uttam Bhlon Lama, Vizepräsident der Independent Power Producers of Nepal, sagte im BBC-Programm Newsday, dass die Rettung der beiden Männer am Freitag die Rettungskräfte motivieren werde, noch mehr zu tun.
„Die Flutpegel sind immer noch sehr hoch“, fügte Lama hinzu. Die nepalesischen Behörden haben gewarnt, dass Regen zusätzliche Überschwemmungen in der Region auslösen könnte. In Nepal wurden mindestens 1.287 Tote gemeldet, 5.083 Menschen sind noch immer vermisst. Auf der tibetischen Seite gab die chinesische Presse am Freitag 31 Tote und 531 Vermisste bekannt.
Die Rettungsteams in Tibet konzentrieren sich scheinbar auf die Unterstützung der Überlebenden, anstatt auf weitere Rettungsversuche zu hoffen. Wissenschaftler untersuchen weiterhin die genauen Ursachen, doch es wird angenommen, dass ein Gletscherabsturz die Fluten ausgelöst habe. Klimawandel könnte ein Faktor gewesen sein. Kurz nach dem seismischen Ereignis, das zunächst für ein Erdbeben gehalten wurde, stürzte eine gewaltige Wand aus Wasser und Geröll den Fluss hinab und riss Gebäude, Straßen und Fahrzeuge mit sich.
Experten von der Asian Mountain Academic Alliance, dem Stimson Centre und der chinesischen Institute of Mountain Hazards and Environment sagten, dass es Hinweise auf wachsende Instabilität um den Gletscher in den Tagen vor dem Absturz gab. Bessere Frühwarnsysteme hätten Leben retten können.
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