Veränderte Regierungsmeldung
Erst zehn Tage nachdem Ortega erklärt hatte, es „nie wieder Wahlen“ in Nicaragua geben werde, behauptet die Regierung nun, seine Aussagen seien „falsch interpretiert“ worden, and Regierungsbeamte und regierungsfreundliche Stimmen betonen, Ortega habe gemeint, es gäbe „keine Wahlen wie zuvor“, die angeblich von den USA beeinflusst wurden, meldet Confidencial Nicaragua.
Die Veränderung der Regierungsnachricht begann am Tag nach Ortegas umstrittenen Äußerungen anlässlich des 47. Jubiläums der Sandinista-Revolution. Seine Kommentare lösten in Nicaragua Sorge aus und wurden im Ausland verurteilt. Innerhalb weniger Tage begannen regierungsfreundliche Social-Media-Accounts, Abgeordnete, staatliche Medien und russische Propagandakanäle Berichte unabhängiger und internationaler Medien als „Falschmeldungen“ abzulehnen, meldet Confidencial Nicaragua.
Unterdrückung und Disqualifikation der Konkurrenz
Alle potenziellen Gegenkandidaten, die eine Chance auf eine nennenswerte Wählerzahl hatten, wurden inhaftiert, disqualifiziert oder in die Emigration gezwungen. Dutzende weitere Mitglieder der Opposition wurden ebenfalls festgenommen, berichtet BBC. Nur eine kleine Anzahl kaum bekannter Kandidaten, die kaum Unterstützung erwarten konnten, durften antreten.
Der UN-Rechtsdirektor Volker Türk hat gewarnt, dass die staatliche Unterdrückung seitdem zugenommen habe, die Rechtsstaatlichkeit werde allmählich untergraben und die Verfolgung politischer Dissidenten steige, berichtet BBC. Nur wenige Nicaraguern wagen es, öffentlich gegen Ortega und seine Ehefrau Rosario Murillo zu protestieren, seit mehr als 300 Menschen bei Sicherheitskräften getötet wurden, als die Sicherheitskräfte 2018 anti-regierungs-Proteste niedergeschlagen wurden.
Konstitutionelle Änderungen und Emigrationspolitik
Weitere Details zu den vorgeschlagenen konstitutionellen Reformen wurden bekannt, nachdem der Präsident des Nationalrates, Gustavo Porras, am 27. Juli 2026 nach einem Gespräch mit Botschaftern und Vertretern multilateraler Organisationen sprach. Die Reformen würden verfassungsgemäß sogenannte „Kuppenverschwörer“ von der Politik ausschließen, die Rechtsstellung politischer Parteien, die sie nominieren, widerrufen und die Präsidentschaftszeit um ein Jahr verlängern, meldet Confidencial Nicaragua.
Auch Dissidenten in der Emigration wurden Ziel der Regierung. Viele wurden ihrer Staatsbürgerschaft beraubt, ihre Häuser in Nicaragua wurden beschlagnahmt und verkauft, berichtet BBC. Die Maßnahmen der Regierung spiegeln ein größeres Muster wider: die Unterdrückung politischer Gegner und die Konsolidierung der Macht innerhalb der regierenden Sandinista-Partei.
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