Pakistans Supreme Court hat angeordnet, dass der inhaftierte ehemalige Premierminister Imran Khan in ein Krankenhaus gebracht wird. Grund seien laut BBC Beschwerden über seine schlechte Gesundheit. Ein dreiköpfiges Richterpanel verfügte, dass der ehemalige Cricket-Star innerhalb von 48 Stunden in das Shifa International Hospital in Islamabad gebracht werden soll, um von Ärzten untersucht zu werden. Zudem darf er wöchentlich mit Angehörigen sprechen und telefonieren. Khan ist seit 2023 inhaftiert, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfe verurteilt wurde, die er als politisch motiviert bezeichnet. Die pakistanische Regierung hat die Entscheidung bislang nicht öffentlich kommentiert.
Gesundheitsbedenken
In der am Dienstag verkündeten Anordnung schrieben die Richter: „Wir sind uns der verfassungsmäßigen und rechtlichen Verpflichtung bewusst, das Leben, die Gesundheit, die Würde und die Sicherheit des Gefangenen zu schützen.“ Kehans Anwälte sagten, er leide unter verschiedenen Erkrankungen, darunter schlechtem Sehvermögen, und habe keinen Zugang zu spezialistischer medizinischer Betreuung. Im Februar hatte Kehans Anwalt erklärt, sein Mandant habe nur noch 15 Prozent Sehschärfe im rechten Auge, nachdem die Gefängnisbehörden nicht reagiert hätten – eine Behauptung, die die Regierung zurückwies. Zulfikar Bukhari, ein Berater Kehans, sagte laut AFP: „Wir wünschten, es wäre früher geschehen, damit sein Auge und seine allgemeine Gesundheit nicht so stark verschlechtert hätten.“
Politischer Hintergrund
Die Anordnung des Gerichts sieht vor, dass bei Kehans Behandlung ein Augenarzt beteiligt wird. Richter und Mitglieder der Partei Tehreek-e-Insaf, zu der Khan gehört, mahnten, keine Versammlungen vor dem Krankenhaus zu organisieren, was gegen das Gerichtsurteil verstoßen würde. Khan, der früher Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft war, führte das Land von 2018 bis 2022 als Premierminister. Er wurde im August 2023 inhaftiert und steht in über 100 Fällen vor Gericht, unter anderem wegen angeblichen Verrats staatlicher Geheimnisse und Verkaufs staatlicher Geschenke. Alle Anklagen wies er als politisch motiviert zurück. Khan und seine Ehefrau Bushra Bibi wurden Ende vergangenen Jahres beide zu 17 Jahren Haft verurteilt. Allerdings löste Kehans Inhaftierung landesweit Demonstrationen aus, die mit Sicherheitsmaßnahmen begegnet wurden.
Politische Präsenz
Trotz seiner Inhaftierung bleibt Khan eine bedeutende politische Figur mit einer großen Anhängerschaft. Die Entscheidung des Obersten Gerichts unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Gesundheit des ehemaligen Premiers und spiegelt zugleich die politischen Spannungen im Land wider. Die Anordnung zeigt zudem, welche rechtlichen Pflichten der Staat hat, um die Wohlfahrt von inhaftierten Personen zu gewährleisten. Wie die Regierung auf die Entscheidung reagiert und wie Kehans Anhänger darauf antworten, wird eng beobachtet.
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