Palestinenser in Gaza sagen, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu das US-gestützte 15-Punkte-Plan abgelehnt hat, was die Unsicherheit über das Ende des Krieges verschärft, meldet Al Jazeera. Der Vorschlag, der vom Biden-Government unterstützt wird, sollte Spannungen verringern und einen Weg zum Frieden schaffen.

Abweisung löst Frustration aus

„Wir bewegen uns rückwärts“, sagte ein palästinensisches Einwohner, was die weit verbreitete Frustration unter den Zivilisten in der Region widerspiegelt. Der 15-Punkte-Plan, der Schritte wie die Lockerung von Grenzeinschränkungen und eine Erhöhung der humanitären Hilfe umfasste, galt für viele als möglicher Wendepunkt im Konflikt.

Netanjahus Regierung stand unter internationalem Druck, das Angebot anzunehmen. Die USA und mehrere europäische Länder forderten Israel auf, einen Schritt zur Entspannung zu unternehmen. Israelische Behörden kritisierten jedoch den Plan als zu vorteilhaft für Hamas und nicht streng genug, um die Sicherheit Israels zu gewährleisten.

Hamas verpflichtet sich zum Abkommen

Trotz der Abweisung erklärt Hamas, sich weiterhin an das Abkommen zu halten. Die bewaffnete Gruppe, die den Gazastreifen kontrolliert, unterzeichnete in den letzten zwölf Monaten mehrfach vorübergehende Waffenruhe mit Israel. Ein Hamas-Vertreter sagte, die Organisation sei weiterhin bereit zu Verhandlungen und halte den 15-Punkte-Plan für eine machbare Option.

„Wir haben gezeigt, dass wir an eine friedliche Lösung glauben“, sagte der Hamas-Vertreter. „Jetzt liegt es an Israel, im Guten zu antworten.“ Diese Erklärung erfolgte im Rahmen laufender Gespräche zwischen regionalen Akteuren, darunter Ägypten und Katar, die sich für eine Annäherung beider Seiten einsetzen.

Der 15-Punkte-Plan wurde unter anderem von ägyptischen und qatarischen Behörden vermittelt, die bereits bei früheren Waffenruhen eine Schlüsselrolle gespielt haben. Der Plan sieht unter anderem die Öffnung von humanitären Korridoren, die Verringerung der israelischen Militäroperationen in Gaza und den Zutritt weiterer Hilfsgüter zum Territorium vor.

Internationale Reaktionen

Die Biden-Administration betonte erneut ihre Unterstützung für den Plan, wobei das Weiße Haus Israel aufforderte, ihre Haltung zu überdenken. „Wir glauben, dass der 15-Punkte-Plan eine machbare Zukunft bietet“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. „Wir fordern alle Parteien auf, die Sicherheit und das Wohlergehen der Zivilbevölkerung zu priorisieren.“

Ägyptische Behörden drückten ebenfalls ihre Sorge über die Ablehnung aus und warnten davor, dass dies zu weiterer Instabilität in der Region führen könnte. „Die Ablehnung des Plans ist ein Rückschlag“, sagte ein ägyptischer Regierungsbeamter. „Es ist entscheidend, dass alle Parteien einen sinnvollen Dialog führen, um weitere Gewalt zu vermeiden.“

Europäische Union-Beamte forderten ebenfalls erneut Bemühungen, um eine friedliche Lösung zu finden. Die EU hat sich klar für den 15-Punkte-Plan ausgesprochen und fordert sowohl Israel als auch Hamas auf, flexibel zu bleiben.

Netanjahu hat bislang keine detaillierte Erklärung für die Ablehnung abgegeben, aber israelische Behörden vermuten, dass der Plan nicht weit genug geht, um Sicherheitsbedenken zu berücksichtigen. „Wir können nicht auf Themen Kompromisse ein, die unsere nationale Sicherheit gefährden“, sagte ein israelischer Regierungspressesprecher.

Palestinenser in Gaza sehen die Ablehnung jedoch als weiteren Rückschlag auf dem Weg zum Frieden. Viele Einwohner drückten ihre Sorge aus, dass der anhaltende Konflikt ihren Alltag stark beeinträchtigt. „Jeden Tag warten wir auf eine Veränderung“, sagte ein Einwohner. „Aber nichts wird besser.“

Da die Lage weiterhin angespannt bleibt, ruft die internationale Gemeinschaft weiterhin nach Dialog und Entspannung. Da beide Seiten weiterhin weit von einem umfassenden Abkommen entfernt sind, bleibt der Weg zum Frieden fürs Erste unklar.