Die Menschen in Burkina Faso sollten die Idee von Demokratie vergessen, sagte der militärische Präsident Ibrahim Traoré dem staatlichen Rundfunk Radiodiffusion Télévision du Burkina (RTB), berichtet The Guardian. Traoré übernahm im September 2022 die Macht in einem Staatsstreich und stürzte eine Junta, die erst neun Monate zuvor die Macht ergriffen hatte. Seither unterdrückt er die Opposition und verbot im Januar politische Parteien.
Verlängerung der Herrschaft und Ablehnung der Demokratie
Ein Übergang zur Demokratie war ursprünglich für 2024 geplant, doch in diesem Jahr verlängerte die Junta Traorés Amtszeit bis 2029. ‘Wir sprechen nicht einmal über Wahlen, erst recht nicht … Die Menschen sollten die Frage der Demokratie vergessen … Wir müssen die Wahrheit sagen, Demokratie ist nicht für uns,’ sagte Traoré in einem Interview mit RTB am Donnerstag. Der 37-jährige Führer fügte hinzu: ‘Demokratie, wir töten Kinder. Demokratie, wir werfen Bomben, töten Frauen, zerstören Krankenhäuser, töten Zivilisten. Ist das Demokratie?’
Anti-französische Rhetorik und revolutionäre Erbe
Traoré hat sich mit seiner anti-französischen und anti-westlichen Rhetorik, die oft das Erbe des revolutionären burkinischen Führers Thomas Sankara anruft, in ganz Afrika Beliebtheit erarbeitet. Sankara, ein Marxist, war Präsident von Burkina Faso, das er von Obervolta umbenannte, von 1983 bis zu seiner Ermordung 1987. Traoré hat jedoch nicht verhindern können, dass eine islamistische Rebellion, die seit 2014 Tausende Leben forderte, und die 2,1 Millionen Menschen vertrieb, etwa 9 Prozent der Bevölkerung, als die letzten offiziellen Daten vor drei Jahren veröffentlicht wurden.
Islamistische Rebellion und Zivilopfer
Mehr als 1.800 Zivilisten wurden seit 2023 von der Armee, verbündeten Milizen und der al-Qaida-verbundenen Gruppe Jama’at Nusrat al‑Islam wa al‑Muslimin (JNIM) getötet, berichtete Human Rights Watch (HRW) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Die Organisation beschuldigte alle Seiten, Völkermord und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Sie behauptete, die Junta und ihre verbündeten Milizen hätten Fulani-Zivilisten ethnisch reinigen wollen, die sie der Unterstützung von JNIM verdächtigten, gezielte Morde begangen und Gemeinden gewaltsam vertrieben.
Im April 2024 beschuldigte HRW die Armee, 223 Zivilisten an einem Tag zwei Monate zuvor exekutiert zu haben. Die Regierung leugnete dies und verbote die Organisation sowie mehrere internationale Medien, die den Bericht veröffentlicht hatten, darunter The Guardian. Diese Maßnahmen haben Bedenken bei internationalen Menschenrechtsorganisationen und regionalen Institutionen ausgelöst, die Verantwortung und ein Ende der Gewalt fordern.
Die Situation in Burkina Faso ist in den letzten Jahren deutlich verschlechtert, insbesondere durch die militärische Unterdrückung der Dissens und die Fehlschläge bei der Bekämpfung der Wurzeln der islamistischen Rebellion. Die Bevölkerung Burkinas sollte sich der Konsequenzen des aktuellen politischen Klimas bewusst sein, das zu einer Zunahme von Unruhen und Gewalt im ganzen Land führt.
Traorés Ablehnung der Demokratie und die Verlängerung seiner Herrschaft bis 2029 wurden sowohl von nationalen als auch internationalen Beobachtern kritisiert. Die Bevölkerung Burkinas ist zunehmend besorgt über die Zukunft ihres Landes unter seiner Führung, insbesondere im Licht des wachsenden humanitären Krisen und des Mangel an politischen Freiheiten.
Human Rights Watch hat weiterhin Menschenrechtsverletzungen, die von allen Parteien im Konflikt begangen wurden, dokumentiert, und betont die Notwendigkeit eines friedlichen Lösungsansatzes und der Schutz der Zivilbevölkerung. Die Organisation hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Bemühungen zur Lösung der Wurzeln des Konflikts zu unterstützen und alle Täter für ihre Handlungen zur Verantwortung zu ziehen.
Die Menschen in Burkina Faso sollten nicht im Dunkeln gelassen werden, was die laufende Krise betrifft. Da sich die Situation weiter entwickelt, ist es entscheidend, dass sowohl die Regierung als auch die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten, um eine nachhaltige Lösung für die Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist, zu finden.
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