Der Worcestershire County Council bestätigte, keine Pläne für weit verbreitete 20-Meilen-Geschwindigkeitsbegrenzungen im ganzen Landkreis zu haben, obwohl der Wunsch nach sichereren Straßen wächst. Die Entscheidung folgte einer jüngsten Sitzung des Umweltkomitees, bei der Beamte die Möglichkeit einer niedrigeren Geschwindigkeitsbegrenzung in Unfallgebiets oder zur Förderung von aktiver Mobilität besprachen, doch letztendlich eine breite Umsetzung ablehnten.
Fokus auf gezielte Maßnahmen statt umfassender Änderungen
Laut Karl Perks, Chef für Straßenverkehr, will der Landkreis nicht einfach Autofahrer bestrafen, sondern sicherstellen, dass die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer effizient funktionieren. Auf einer Sitzung des Umweltkomitees am Mittwoch, dem 11. März, erklärte Sarah Gilmour, Leiterin für Verkehrsmanagement, dass eine 20-Meilen-Geschwindigkeitsbegrenzung „am wirksamsten ist, wenn sie im gesamten Gebiet die Norm darstellt“. Sie fügte hinzu, dass die Umsetzung dieser Regelung im gesamten Worcestershire „Millionen an Geld“ erfordern würde.
Gilmour betonte, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung allein nicht sicherer macht. „Eine Geschwindigkeitsbegrenzung macht die Straße nicht sicherer“, sagte sie. „Es ist ein Werkzeug, aber es reduziert Kollisionen nicht allein.“ Der Landkreis scheint sich für gezielte Maßnahmen statt einer umfassenden politischen Änderung zu entscheiden, mit Fokus auf Gebiete mit hohem Unfallrisiko oder wo aktive Mobilität gefördert wird.
Öffentliche Sicherheit und Umweltwirkung
Ratsherr Louis Stephen unterstützte die Reduzierung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 auf 20 Meilen, argumentierend, dass dies eine sicherere Umgebung für die Nutzung der Straßen schaffen würde. Er betonte, dass viele Bewohner ihre Kinder zur Schule laufen oder ihre Großeltern zum Einkaufen begleiten möchten, sich aber aufgrund der Verkehrsgeschwindigkeiten unsicher fühlen.
Stephen erklärte, dass einige Menschen, die sich auf den Straßen nicht sicher fühlen, nicht in offiziellen Unfallstatistiken auftauchen. „In der realen Welt möchten viele Menschen ihre Kinder zur Schule laufen lassen und ihre Großeltern zum Einkaufen begleiten“, sagte er. „Einige Menschen fühlen sich auf den Straßen nicht sicher, also werden sie nicht in den Unfallstatistiken sichtbar.“
Ratsherr Alan Bailes forderte eine proaktive und präventive Haltung der Geschwindigkeitspolitik des Landkreises. Er erwähnte nicht explizit Umweltvorteile, betonte jedoch, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung um sechs Prozent den Verkehrslärm um bis zu 40 Prozent verringern kann. Dieser Hinweis deutet auf potenzielle Umwelt- und Lebensqualitätsvorteile hin, die niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen bieten könnten.
Fahrverhalten und Rolle der Durchsetzung
Cllr Perks, der für Straßenverkehr zuständige Ratsmitglied, betonte, dass das Problem nicht in Geschwindigkeitsbegrenzungen liegt, sondern im Fahrverhalten, das er seit der Pandemie „kategorisch verschlechtert“ sieht. Er erklärte, dass die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält, doch die Ausnahmen sind „berüchtigt“.
„Diese Ausnahmen werden weiterhin Ausnahmen bleiben, unabhängig von der Geschwindigkeitsbegrenzung“, sagte Perks. „Sie fahren nicht nur um ein oder zwei Meilen pro Stunde schneller – sie fahren deutlich über die Grenze, um 10, 20, 30 Meilen pro Stunde über das Limit hinaus. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden das nicht verändern. Straßenbau könnte dies potenziell, aber es gibt Kosten, und sobald die Bewohner verstehen, was das bedeutet, wollen sie das nicht.“
Perks hat eine „strategische Partnerschaft“ – die erste ihrer Art in Worcestershire – mit der Polizei der West Midlands, dem Polizeichef Jon Campion und dem Feuerwehrdienst Hereford und Worcester gestartet. Diese Taskforce wird Geschwindigkeitsverstöße, tödliche Unfälle und Alkohol- und Drogenfahrt untersuchen. Das Projekt zielt darauf ab, diese Probleme durch Bildung und Durchsetzung zu lösen, statt sich ausschließlich auf Änderungen der Geschwindigkeitsbegrenzungen zu verlassen.
Die Entscheidung des Landkreises, weit verbreitete 20-Meilen-Geschwindigkeitsbegrenzungen zu vermeiden, spiegelt einen breiteren Streit in ganz Großbritannien wider, ob solche Maßnahmen effektiv sind, um Unfälle zu reduzieren und die Straßen sicherer zu machen. Während einige lokale Behörden 20-Meilen-Zonen in Wohngebieten eingeführt haben, zögern andere aufgrund der Kosten und Komplexität der Umsetzung.
Der Einfluss dieser Entscheidung auf die lokalen Gemeinden bleibt abzuwarten. Bewohner, die für sicherere Straßen eintreten, könnten sich fühlen, dass ihre Bedenken nicht vollständig berücksichtigt werden, während andere den Standpunkt des Landkreises unterstützen, dass gezielte Interventionen und verbesserte Straßenplanung effektivere Lösungen sind.
Mit der Taskforce im Einsatz verlagert sich der Fokus auf einen umfassenderen Ansatz für die Verkehrssicherheit, der nicht nur Geschwindigkeitsbegrenzungen, sondern auch Fahrverhalten, Infrastruktur und Strafverfolgung umfasst. Dies könnte eine nachhaltigere Lösung für die Zukunft bieten, obwohl unklar ist, ob dies diejenigen befriedigen wird, die eine sofortige Maßnahme fordern.
Die Entscheidung des Landkreises wirft auch Fragen über die Rolle der lokalen Regierung bei der Gestaltung nationaler Verkehrssicherheitspolitik auf. Mit steigendem Druck sowohl von der Öffentlichkeit als auch von Umweltgruppen könnte der Landkreis zunehmend unter Beobachtung stehen, was seine Haltung zu 20-Meilen-Geschwindigkeitsbegrenzungen betrifft.
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