JAKARTA – Laut einem Bericht einer Untersuchungskommission haben indonesische Streitkräfte Anzeichen von Beteiligung an tödlichen Unruhen gezeigt, die während einer Demonstration im letzten August ausbrachen. Der Bericht wurde am Mittwoch vom Leiter der indonesischen Rechtsberatungsgesellschaft, Muhammad Isnur, in der Zentrale der Indonesischen Korruptionsbeobachtung veröffentlicht.

Isnur erläuterte die mögliche Beteiligung der Streitkräfte (TNI) an den Unruhen am 26. August 2025, als Zwischenfälle zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gewalttätig wurden, mit Brandstiftung und Diebstählen. Er wies auf vier Ebenen möglicher TNI-Beteiligung hin.

Dem Bericht zufolge identifizierte die Kommission, dass Angehörige des militärischen Strategischen Nachrichtendienstes (BAIS) und andere Uniformierte Demonstranten anstifteten. Zeugenaussagen und Videoaufnahmen dokumentieren diese Interaktionen zu Beginn der Unruhen.

„Digitale Beweise zeigen direkten Kontakt zwischen TNI-Mitarbeitern und Demonstranten“, sagte Isnur. Dennoch forderte er eine umfassende gerichtliche Untersuchung, um Motive, Befehle und Verantwortungsketten zu klären.

Auf der zweiten Ebene wies die Kommission mögliche Unterstützung der Gewalt hin. Laut Isnur warnten Berichte über Risiken für die öffentliche Sicherheit, doch BAIS und TNI-Unternehmen nahmen keine starken Schritte, um die Eskalation zu stoppen. Ob dies aus Absicht oder Kommunikationsproblemen resultierte, bleibt ohne tiefere Gerichtsuntersuchung unklar.

Die dritte Ebene war die Nachlässigkeit. TNI-Truppen verließen trotz dringender Bitten um Unterstützung Hochrisikogebiete. Die Abwesenheit ließ Gewalt, Brände und Diebstähle ungehindert wüten, so der Bericht.

Schließlich wurden Führungsdefizite untersucht. Obwohl TNI-Hauptquartiere und regionale Einheiten die Einsetzung und nichtkämpfenden Operationen an Schlüsselstellen streng kontrollierten, führten Lücken an anderen Stellen zu Chaos, stellten die Ermittler fest.

Isnur zeichnete jedoch eine klare Linie. Die Kommission wies die TNI als Institution nicht direkt in die Schusslinie. Es gab keine klaren Beweise für offizielle Befehle oder geplante Operationen, die die Unruhen auslösen könnten, betonte er.

„Wir haben keine stichhaltigen, direkten Beweise, die die institutionelle TNI-Aktivität mit der Beteiligung von Einzelpersonen verknüpfen“, sagte Isnur der Versammlung.

Die Demonstration im August richtete sich gegen Regierungspolitiken und zog Tausende in das Zentrum von Jakarta. Die Unruhen führten zu mehreren Toten, zahlreichen Verletzten und weit verbreiteten Schäden an Eigentum. Sicherheitskräfte, einschließlich Polizei und Streitkräfte, kämpften um die Kontrolle über die Menge, als die Unruhen sich ausbreiteten.

Der Sprecher der TNI, Brig. Gen. Aulia Dwi Nasrullah, hat bis Donnerstag keine Kommentare zu Anfragen von Journalisten gegeben.

Kommissionsmitglieder sammelten Zeugenaussagen von über 50 Zeugen, analysierten Stunden an Videoaufnahmen und überprüften über Monate hinweg Sicherheitsberichte. Ihr 100-seitiger Bericht fordert Anklageerhebungen an.

Die indonesischen Streitkräfte haben sich lange um ihre Rolle bei der inneren Sicherheit gefragt. Ähnliche Untersuchungen folgten früheren Vorfällen, wie den Protesten 2019. Menschenrechtsgruppen loben die Unabhängigkeit der Kommission, drängen jedoch auf schnelle Maßnahmen.

YLBHI, die Organisation, die den Bericht verfasste, legt oft staatliche Missbrauchsfälle offen. ICW, die Gastorganisation, verfolgt Korruption und Fehlmanagement. Beide Organisationen begrüßten die Veröffentlichung als Schritt zur Verantwortung.

Juristische Experten sagen, dass jede Verfolgung von TNI-Mitarbeitern die militärischen Gerichte gegen zivile Jurisdiktion testen würde. Analysten betonen, dass die geheimen Operationen des BAIS selten der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Beide Demonstranten und Beamte warten auf offizielle Reaktionen. Die Polizei in Jakarta beendete ihre Untersuchung zu den Unruhen Ende 2025 und wies die Schuld auf „Provokateure“ zurück, ohne militärische Verbindungen zu nennen.