Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kündigte am Samstag an, innerhalb von „Wochen“ zurückzutreten, berichtet Al Jazeera. Seine Ankündigung legt vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nahe, was das politische Klima im Land verändern könnte. Dies folgt auf Monate von jugendgeführten Demonstrationen, die seine Führung herausforderten und Unruhen auslösten.
Vucics Rede auf einer Pro-Regierung-Demo
Vucic gab die Ankündigung auf einer Pro-Regierungs-Demo in der Hauptstadt Belgrad bekannt. Er sagte seinen Anhängern: „Ich werde nur noch ein paar Wochen Präsident sein, und dann werde ich zurücktreten.“ Vucic zeigte sich zudem optimistisch hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen und betonte: „Wir werden überzeugender gewinnen denn je zuvor.“ Er fügte hinzu, er werde seine rechte Partei, die Serbische Fortschrittspartei, weiter unterstützen und dies möglicherweise seine letzte Rede vor dem Publikum als Präsident sei.
Vucic nannte weder das genaue Datum seines Rücktritts noch den Termin für die Wahlen. Sein zweiter und letzter Amtszeitvertrag endet im Frühjahr 2027. Seitdem seine populistische Partei vor 14 Jahren die Regierung Serbiens übernommen hat, hat Vucic seine Macht kontinuierlich erweitert.
Hintergrund der studentengeführten Proteste
Vucics Rücktrittsankündigung erfolgt inmitten von Monaten studentengeführter Massendemonstrationen, die weitreichende Störungen verursachten. Seit November 2024 demonstrieren Zehntausende in ganz Serbien, nachdem ein Bahnunglück in Novi Sad 16 Todesopfer gefordert und Wut gegen die Regierung ausgelöst hatte. Die Demonstrationen führten im Januar 2025 zum Rücktritt des damaligen Premierministers Milos Vučević.
Bei diesen Demonstrationen wurden hunderte Menschen festgenommen. Die Polizei Serbiens wurde von der Europäischen Union vorgeworfen, übermäßige Gewalt angewendet und willkürlich Verhaftungen vorgenommen zu haben. Vucic, der seit über einem Jahrzehnt eine dominierende Figur in der serbischen Politik ist, bezeichnete die Demonstranten oft als „ausländische Agenten“ und beschuldigte sie, „Spaltungen zu schüren“ und versuchten, die Regierung zu stürzen.
Studenten reagieren auf Vucics Kundgebung
In Reaktion auf Vucics Pro-Regierungs-Kundgebung planen die Studierenden am Sonntag eine eigene Versammlung in Kraljevo, im Zentrum Serbiens. Sie wollen nationale Einheit fördern und ihre Forderung nach vorgezogenen Wahlen erneuern. Die studentengeführten Demonstrationen stellen eine erhebliche Herausforderung für Vucics Regierung dar und zeigen das wachsende Unmut der jüngeren Bevölkerung in Serbien.
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