Die Aktie von SpaceX ist seit dem Börsengang am 12. Juni stark gefallen. Der Kurs sank von 225 Dollar auf 115,07 Dollar am 19. Juli, wie TradingKey und CNBC berichteten. Das Unternehmen hat sich auf etwa die Hälfte seines Börsengangskurses von 135 Dollar abgeschätzt; Analysten beobachten den bevorstehenden ersten Lockup-Verfall am 6. August genau. Laut Morningstar könnten fast eine Milliarde Aktien, die von Vor-Börseninvestoren gehalten werden, in den Handel kommen und den Kurs weiter belasten.
Lockup-Verfall und Aktienüberhang
Der Lockup-Verfall von SpaceX. Der es frühen Investoren untersagt, ihre Aktien zu verkaufen, endet Anfang August, wie Morningstar angibt. Analyst Nicolas Owens erklärt: „Wir glauben, dass sich die meisten der verfügbaren Aktien auf dem Markt finden werden, da die Verkäufer einen geringen Kostenspiegel und lange Haltezeiten haben.“ Der erste Verkaufswelle wird etwa 911,5 Millionen Aktien freigeben. Weitere folgen Ende August, wenn 455,8 Millionen Aktien verkauft werden können. Insgesamt könnten im ersten Jahr über 6,4 Milliarden Aktien auf den Markt kommen – deutlich mehr als die 629 Millionen Aktien, die beim Börsengang verkauft wurden.
Dieser Aktienüberhang könnte Indexfonds beeinflussen, die sich mit steigendem Aktienumschlag auf einen höheren Anteil an SpaceX-Aktien einstellen müssen, wie Morningstar betont. Der mögliche Verkaufsdruck führte bereits zu einem Rekordniveau der Short-Positionen mit 32 % der freien Flotte, wie TIKR.com berichtet.
Starship-Verzögerungen und Marktbedenken
Der 13. Testflug der Starship, des größten Raketensystems, wurde Ende Juli erneut aufgrund technischer Probleme verschoben, wie Merkur meldete. Der ursprünglich für die gleiche Woche geplante Testflug wurde auf den 23. Juli verschoben. Die Verspätung der Starttermine hat bei Investoren Sorgen um die Fähigkeit des Unternehmens hervorgerufen, seine ambitionierten Projekte umzusetzen. Das Starship-Programm hat bereits über 15 Milliarden Dollar gekostet, und die verzögerten Testflüge werden als „Markenbeschleuniger“ für negative Stimmung wahrgenommen.
„Die fehlgeschlagenen Tests verdeutlichen, was im Börsengangprospekt nur angedeutet wird“, heißt es in einem Bericht von Merkur. Das Raketenprojekt, das Menschen auf den Mars bringen und NASA-Missionen unterstützen soll, hat bislang 19 Milliarden Dollar Umsatz erzielt, aber 5 Milliarden Dollar Verluste. Die langfristige Durchführbarkeit des Projekts bleibt unklar, weshalb Analysten die Ergebnisse des nächsten Testflugs genau beobachten.
Starlink-Wachstum und Bewertungsprobleme
Trotz der Rückschläge bleibt Starlink das profitabelste Geschäft von SpaceX. Laut TIKR.com hat das Unternehmen über 10 Millionen Abonnenten und mehr als 10 800 aktive Satelliten. Der Service treibt weiterhin Umsätze, doch Analysten warnen, dass sich der Margenwachstum verlangsamen könnte, sobald der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) sinkt. Gleichzeitig bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertung, wobei der Kurs aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweist, das von vielen als nicht nachhaltig angesehen wird.
„Der aktuelle Kurs spiegelt Bedenken hinsichtlich der Bewertung, Erosion des Wachstumsvertrauens aufgrund der Starship-Verzögerungen und Verkaufsdruck durch den Lockup-Verfall wider“, hieß es in einem Bericht von TradingKey. Der Kurs ist bereits unter den Börsengangskurs gefallen und notierte am 17. Juli bei 123,99 Dollar, wie TradingKey angibt. Technische Indikatoren zeigen, dass der Kurs möglicherweise überkauft ist, mit einem Relative Strength Index (RSI) von 36,1, doch ein entscheidender Unterstützungsniveau bei 123 Dollar bleibt noch zu testen.
Der Erfolg des bevorstehenden Starship-Testflugs am 23. Juli könnte ein entscheidender Faktor sein, um zu beurteilen, ob der Markt das langfristige Potenzial von SpaceX neu bewertet. Der Kurs befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase, wobei viele Investoren auf weitere Klarheit hinsichtlich des finanziellen und technischen Fortschritts des Unternehmens warten.
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