Die Familie des verstorbenen Rappers Tupac Shakur hat in Los Angeles eine Klage wegen fahrlässiger Tötung angemeldet, wie BBC berichtet. Die Klage nennt den ehemaligen Gang-Gruppenführer Duane ‘Keefe D’ Davis als Hauftangeklagten. Er steht derzeit vor Gericht, nachdem er in den Mord an Shakur verwickelt war. Davis ist die einzige Person, die je in Verbindung mit Tupacs Tod angeklagt wurde. Er hat sich nicht schuldig bekennen. Die neue Klage, über die mehrere US-Medien berichtet haben, wirft eine ‘komplexe Verschwörung’ zur Ermordung des Stars vor. Ziel sei es, die Identität der ‘Beteiligten’ aufzudecken. Shakur war einer der einflussreichsten Rapper der frühen 1990er Jahre. Er verkaufte mehr als 75 Millionen Tonträger, darunter die Hitsingle Hit ‘Em Up und California Love. Zudem hatte er eine aufstrebende Schauspielkarriere mit Rollen in Juice, Above The Rim und Poetic Justice. Doch sein Berufungsleben endete abrupt, als er im September 1996 bei einem Überfall in Las Vegas vier Mal erschossen wurde. Er starb sechs Tage später im Alter von 25 Jahren. Davis wurde im September 2023 wegen Mordes angeklagt. Die Polizei vermutete, dass er den Schuss mit seinem Neffen plantete, nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit Shakur in einem Casino gekommen war. Der Staatsanwalt Marc DiaGiacomo bezeichnete Davis, ehemaliger Anführer der South Side Compton Crips, im Gericht als den ‘Ort- und Zeit-Verantwortlichen’, der ‘die Ermordung von Shakur befohlen’ habe. Die Polizei sagte, Davis habe die Waffe von einem unbekannten Komplizen erhalten. Zudem erwähnte sie seine ‘eigenen Aussagen’ an Medien, in denen er bestätigte, sich im Fahrzeug befunden zu haben, aus dem die Schüsse abgegeben wurden. Wer die Waffe abgefeuert habe, blieb unklar. Die drei Männer, die sich damals mit Davis im Auto befanden, darunter sein Neffe, sind mittlerweile verstorben. Davis hat sich nicht schuldig bekennen. Nach mehreren Verzögerungen ist sein Prozess für August angesetzt. ‘Die Wahrheit bleibt verschleiert’ ist einer der Sätze, die die Familie in der Klage verwendet. Diese ist unabhängig vom Prozess. Die Klage wegen fahrlässiger Tötung wurde am Dienstag von Tupacs Bruder Maurice Shakur angemeldet. Er fungiert als Administrator des Nachlasses seines verstorbenen Vaters (und Stiefvaters von Tupac), Mutulu Shakur. ‘Fast 30 Jahre nach Tupacs Tod, im Jahr 2023, fand die erste, und einzige – Verhaftung statt’, heißt es in den Dokumenten. ‘Grand-Jury-Transkripte und eine anschließende Netflix-Dokumentation haben seither die Existenz einer breiteren, komplexeren Verschwörung zur Ermordung Tupacs enthüllt, die weit mehr als bloße Rache für eine vorherige Auseinandersetzung umfasste.’ Die Dokumente drücken die Hoffnung aus, dass neue Beweise es der Familie endlich ermöglichen werden, die ‘Personen zu identifizieren und zu benennen, die an der Planung, Finanzierung, Leitung oder Durchführung der Verschwörung beteiligt waren.’ Zu den neuen Quellen gehören Grand-Jury-Transkripte aus Davis’ Strafverfahren und Interviews aus der Netflix-Dokumentation Sean Combs: The Reckoning, wie die Klage angibt. Die Dokumentation, die im November letzten Jahres veröffentlicht wurde, enthielt Aufnahmen eines Polizei-Interviews, in dem Davis behauptet, Combs habe ihm 1 Million Dollar (769.000 GBP) angeboten, um Shakur zu töten. Die BBC hat Combs’ Anwälte und Davis’ Repräsentanten nach einer Stellungnahme zu der neuen Klage befragt.