Eine Rettungsaktion für eine auf der Ostsee strandete Wal in Deutschland endete vor Dänemark tödlich, wie der BBC berichtet. Der Buckelwal war am 23. März auf einer Sandbank vor der Insel Poel an der deutschen Ostseeküste festgehalten — Im frühen Mai schwamm er frei, nachdem ein mit Wasser gefüllter Bahn ihn in die Nordsee gebracht hatte. Die Aktion wurde von zwei deutschen Unternehmern finanziert und löste eine heftige öffentliche Debatte aus. Kritiker meinten, sie würde nur dem Tier Leid zufügen. Ein Walleichen war am Donnerstag vor der dänischen Insel Anholt gesichtet worden. Die Behörden konnten nicht sofort bestätigen, ob es sich um denselben Wal handelte. Am Samstag ließ das dänische Umweltamt verlauten, die Bedingungen erlaubten es, die Identität des Tieres zu prüfen und das Tracking-Device zu bergen. Es gebe keine konkreten Pläne, den Wal aus der Region zu entfernen oder eine Obduktion durchzuführen, hieß es. Der Wal sollte nicht angenähert werden, da er Krankheiten übertragen könne. Zudem bestehe Explosionsgefahr durch Gase aus der Zersetzung. Der Wal, der von Rettungskräften und der Presse „Timmy“ oder „Hope“ genannt wurde, strandete am 23. März an der Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht. Zunächst befreite er sich, wurde aber mehrmals erneut fest. Die deutschen Behörden unternahmen mehrere Rettungsversuche, bevor sie aufgaben. Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz finanzierten später eine private Rettungsaktion. Der Wal erhielt ein Tracking-Device und wurde auf ein mit Wasser gefülltes Transportboot namens Fortuna B gebracht. Till Backhaus, Umweltminister des nördlichen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnete die Aktion als Erfolg und als „Beispiel für Deutschland, was möglich ist“. Doch Tierschutzorganisationen zeigten sich skeptisch. Das Deutsche Ozeanographische Museum warnte, der Wal sei aufgrund seiner Schwäche ertrinken könne. Die Organisation Whale and Dolphin Conservation war besonders pessimistisch. Sie warnte, der Wal habe keine langfristigen Überlebenschancen und habe sich aufgrund des geringen Salzgehalts der Ostsee-Gewässer Hautschäden zugezogen.