Montagsfrüh wurden vor dem US-Konsulat in Toronto erneut Schüsse abgegeben. Es ist der zweite Vorfall an dieser Stelle innerhalb von vier Monaten. Laut Polizei meldeten Zeugen, dass eine Waffe abgefeuert wurde. Ein weißer Wagen flüchtete vom Tatort. Die Polizei sperrte die Gegend ab und fand Patronenhülsen. Bisher konnten keine Verdächtigen identifiziert werden. Niemand wurde verletzt.
Regierung verurteilt Angriff
Kanadas Premierminister Mark Carney bezeichnete die Schüsse als „Versuch der Einschüchterung“ und versprach, Polizei auf Bundesebene und in Toronto gemeinsam einzusetzen, um die Täter zu fassen. „Wir werden alle Ressourcen einsetzen, um sicherzustellen, dass die Täter die volle Last der Gerechtigkeit spüren“, sagte er in einer Pressekonferenz auf dem Parlamentsgelände. In einer früheren X-Nachricht bezeichnete Carney den Angriff als „verwerfliche Gewalttat“.
Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) hat den Vorfall als Sicherheitsereignis auf nationaler Ebene eingestuft. Sie kündigte erhöhte Patrouillen vor dem US-Konsulat in Toronto, dem US-Botschaftsgebäude in Ottawa und dem israelischen Konsulat in Toronto an. Chris Leather, RCMP-Chef in Ontario, betonte, dass die jüngste Kette von Vorfällen „eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert“.
US-Botschaft zeigt Sorge
Der US-Botschafter in Kanada, Pete Hoekstra, bezeichnete den Angriff in einer Social-Media-Nachricht als „äußerst beunruhigend“. Er war erleichtert, dass niemand verletzt wurde, und betonte, dass sein Team eng mit der Polizei in Toronto und kanadischen Behörden zusammenarbeite. „Wir vertrauen voll und ganz auf ihre Ermittlungen“, schrieb er. „Unsere Arbeit geht weiter, wir lassen uns nicht einschüchtern.“
Der Vorfall folgt einem ähnlichen Zwischenfall am 10. März, als zwei Männer vor dem US-Konsulat Schüsse abgaben. Am 2. Juni verhafteten die Polizei zwei Männer im Alter von 18 und 19 Jahren im Zusammenhang mit dem früheren Schusswechsel. Die Behörden sagten, die Männer seien beauftragt worden, gewaltsame Taten zu begehen, gaben aber keine weiteren Details bekannt.
Gewaltmuster
Die Behörden untersuchen auch ein Muster ähnlicher Vorfälle. Deputy Chief Frank Barredo der Polizei in Toronto betonte in einer Pressekonferenz, dass sie sich über eine Serie von Schüssen an drei Synagogen in Toronto innerhalb von etwas mehr als einer Woche bewusst seien. Die Polizei prüft, ob das gleiche Vorgehen an verschiedenen Zielen genutzt wird.
Am 2. März gab es einen Schusswechsel an einer Synagoge in Toronto, was Sorge um ein möglicherweise wiederkehrendes Muster auslöste. Barredo bestätigte, dass der Schusswechsel vor dem US-Konsulat als Sicherheitsereignis betrachtet wird, betonte aber, dass es bislang keine direkten Verbindungen zu den früheren Angriffen auf Synagogen gibt.
Bei den Ermittlungen arbeiten kanadische und US-Beamte daran, zu klären, ob die Vorfälle miteinander verbunden sind oder Teil eines größeren Musters gezielter Gewalt. Das US-Konsulat in Toronto dankte den lokalen Behörden für ihre schnelle Reaktion auf den Vorfall vom Montag und betonte erneut seine Verpflichtung zur Pflege der diplomatischen Beziehungen in der Region.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts