Zehn Menschen wurden getötet und etwa 100 verletzt, als Russland eine Drohnen-Ausstellung nahe Kiew traf, berichtete DW.com. Der stellvertretende Leiter der regionalen Militärverwaltung, Ruslan Oliinyk, teilte mit, dass die Attacke auf ein Gelände eines privaten Militärtrainings in der Gemeinde Bucha stattfand, etwa 20,30 Kilometer vom Zentrum Kiews entfernt. Generalbundesanwalt Ruslan Kravchenko bezeichnete den Angriff als Kriegsverbrechen.

Details zum Raketenangriff und Opferzahl

Laut UNITED24 Media registrierte die ukrainische Luftwaffe 166 Luftbedrohungen, darunter 41 Raketen und 125 Drohnen. Der Angriff umfasste zehn Zircon-Hyperschallraketen, 25 Iskander-M oder S-400-Raketen, drei Oniks-Kreuzraketen und drei Kh-59/69 geführte Luftstart-Raketen. Kiew war das Hauptziel des Angriffs. Von den 166 Bedrohungen wurden 126 abgefangen oder neutralisiert. Der Angriff begann um 1:21 Uhr und endete um 3:14 Uhr. Eingeschlagene Stellen wurden in 23 Orten durch Raketenangriffe und zehn durch Drohnen registriert.

Ukrainisch-russischer Drohnenhandel und Transitwege

Laut einem Bericht von Bloomberg, zitiert vom Kyiv Post, ist Thailand zu einem zentralen Transitpunkt für chinesische Drohnen auf dem Weg nach Russland geworden. Im ersten Jahrhunderter von 2025 importierte Russland 125 Millionen Dollar an Drohnen aus Thailand – das sind acht Mal mehr als im Jahr 2024. In derselben Zeit exportierte China 186 Millionen Dollar an Drohnen nach Thailand. Das Bangkok-basierte Unternehmen Skyhub Technologies Ltd., der zweitgrößte Drohnenimporteur Thailands, soll 25 Millionen Dollar an Drohnen erhalten haben, darunter viele von Autel Robotics. Dazu gehörten fast 1000 Einheiten des Modells EVO Max 4T, das Autel für zivile Zwecke bewirbt, aber angeblich in der Ukraine für militärische Zwecke adaptiert wurde. Autel teilte mit, dass es aus Gründen der Vertraulichkeit keine Angaben zu Kunden macht und dass seine Drohnen mit Geofencing ausgestattet sind, um Flüge im Konfliktgebiet Russland-Ukraine zu verhindern.

Internationale und inländische Reaktionen

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte die Notwendigkeit von Patriot-Abwehrraketen und verwies dabei auf Luftabwehrsysteme des US-Waffenherstellers Raytheon. Er postete Bilder von Zerstörung und Rettungsarbeiten in der Region Kiew. Das Weiße Haus teilte mit, dass Selenskyj und Präsident Donald Trump in der kommenden Woche Gespräche führen würden, fast vier Jahre und sechs Monate nach dem Beginn der vollen russischen Invasion. Gleichzeitig fingen NATO-Jets am Freitag eine abgekommene Drohne über Rumänien ab. Dabei wurden keine Verletzten oder Schäden gemeldet. Separat griffen ukrainische Streitkräfte Anlagen von Wildberries in Sankt Petersburg an, berichtete DW.com. Damit setzten sie ihre Angriffe auf russische Infrastruktur fort.