Mindestens acht Menschen wurden getötet und 34 verletzt, als russische Raketen und Drohnen in einem Großangriff Kiew traf, teilte Tymur Tkachenko, Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, mit. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass 34 weitere Menschen verletzt wurden und dass nach einem direkten Treffer die ersten bis sechsten Stockwerke eines Wohnhauses einstürzten, though Er sagte auch, dass Menschen in einem beschädigten nebstöckigen Wohngebäude eingeschlossen seien und das Dach eines anderen Hochhauses in Flammen stehe. Der Angriff, der alle zehn Stadtviertel auf beiden Seiten des Dnipro betraf, führte dazu, dass viele Einwohner aufgrund von Warnungen von ukrainischen Behörden Schutz in U-Bahnhöfen suchten.
Auswirkungen des Angriffs
Mit Kindern, Gepäck, Zelten und Haustieren drängten Menschen in unterirdische Bahnhöfe, nachdem am Donnerstag Luftalarm für weite Teile der Ukraine ausgerufen wurde. „Eine weitere schreckliche Nacht für die Einwohner der Stadt, die gezwungen waren, sie in Schutzräumen zu verbringen“, sagte Olha Stefanishyna, die ukrainische Botschafterin in den USA, auf X. Russland gab bekannt, den Großangriff mit Fernwaffen, Präzisionsraketen und Drohnen durchgeführt zu haben, wie ein Telegram-Post des russischen Verteidigungsministeriums meldete.
Weiterer militärischer Kontext
Die Angriffe erfolgten im Rahmen einer größeren Eskalation des Konflikts. Anfang der Woche hatte die Ukraine angekündigt, einen der größten russischen Satellitenkommunikationszentren ein zweites Mal innerhalb von etwas über einer Woche getroffen zu haben. Kiew hat zudem die Anzahl der Fernangriffe mit Drohnen in Russland erhöht und Ölraffinerien, Militäreinrichtungen sowie Städte wie Moskau und Sankt Petersburg ins Visier genommen. „Nach der Verteidigungsstrategie der Ukraine entziehen wir dem Feind Ressourcen für den Krieg“, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium am 1. Juli auf Telegram mit und fügte hinzu, dass das Ziel sei, Russland zum Ende des nunmehr vierten Kriegsjahres zu zwingen.
Beide Seiten haben ihre Taktiken im Laufe der Zeit angepasst. Ein Beispiel ist ein ukrainischer Luftfahrten-Enthusiast namens Goronych, der einsitzige Flugzeuge in primitive Fernraketen umgebaut hat. Diese modifizierten Flugzeuge, ausgestattet mit einfachen Bomben anstelle von Pilotensitzen, wurden unter anderem in Angriffen auf russische Industriezentren eingesetzt, darunter eine Maschinenfabrik in Saransk, knapp 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der ukrainische Generalstabschef Oleksandr Syrskyi sagte, dass leichte Flugzeuge mit Maschinengewehren sich als effektiv erwiesen hätten, um russische Drohnen abzufangen, und dass das Militär daran denke, mehr davon zu beschaffen.
Kontroverse Angriffe und internationale Reaktion
Während die Angriffe auf Kiew Teil eines umfassenden russischen Vormarschs berichtet wurden, löste ein separater Raketenangriff in Krywyi Rih, der Heimatstadt von Präsident Zelenskyy, neue Sorgen aus. Laut ukrainischen Behörden wurden bei diesem Angriff 20 Zivilisten getötet, darunter neun Kinder; das jüngste Opfer war erst drei Jahre alt. Videomaterial vom Ort zeigte eine Blutlache auf Spielgeräten und verzweifelte Bemühungen der Einwohner, Erste Hilfe zu leisten. Russland gab an, ein Treffen von ukrainischen Kommandanten angegriffen zu haben, doch ukrainische Behörden und Beweise vor Ort deuten auf etwas anderes hin, wobei einige den Angriff als möglichen Kriegsverbrechen bezeichnen.
Der Angriff in Krywyi Rih löste internationale Empörung aus. Die anfängliche Reaktion der USA auf das Ereignis erwähnte Russland nicht namentlich, wie die Neue Zürcher Zeitung meldete. Gleichzeitig beschränkte Finnland seinen Luftraum und startete Polen Jets, um auf die gestiegene Bedrohung zu reagieren. Der Angriff auf Kiew und andere Orte markierte einen der größten russischen Angriffe auf die Ukraine seit Mitte Juni, wie Berichte von ukrainischen und internationalen Quellen aus.
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